Home Kontakt Links    

 

 
Gegen Studiengebühren!

Proteste gegen die Verabschiedung des Studiengebühren-Gesetzes

Am Donnerstag, den 15.12. wurde im Landtag in Stuttgart das Gesetz zur Einführung der Studiengebühren für Baden-Württemberg verabschiedet. Ab Winter 2007 sind demnach für Studierende 500 Euro Gebühren pro Semester zu zahlen.
Etwa 2000 Menschen beteiligten sich aus diesem Anlass an einer Protest-Demonstration durch die Stuttgarter Innenstadt.

Auf der Zwischenkundgebung vor der CDU-Zentrale am Rothebühlplatz wurden Reden von SchülerInnen und StudentInnen gehalten sowie eine Solidaritätserklärung der Gewerkschaft mit den Protesten.
Mit kämpferischer Stimmung zog die Demonstration weiter in Richtung Hauptbahnhof. Auf dieser Strecke kam es zur Festnahme eines Demonstranten, wegen angeblicher Vermummung - er trug eine Plastiknase und eine Brille. Bis zu seiner Freilassung wurden daraufhin aus Protest beide Spuren der Straße blockiert.
Ein kleinerer Teil der Demonstration verlies noch während der Demonstration die Route und machte sich zum Landtag auf. Viele weitere Menschen folgten nach der Abschlusskundgebung.

Bis zu diesem Zeitpunkt war die Polizei zwar massiver präsent als bei vorangegangenen Anti-Studiengebühren Demonstrationen, verhielt sich mit Ausnahme der Festnahme aber noch relativ deeskalierend. Die Festnahme war aber wohl schon als eine Art präventiver Warnschuss zu verstehen.

Nachdem der Landtag großräumig abgesperrt und von einem Polizeiaufgebot gesichert war, zogen etwa 200 bis 300 Menschen vor den Hauptbahnhof und blockierten die Straße. Die Aufforderungen der Polizei die Straße zu räumen wurde mit Parolen beantwortet wie: "Wir sind hier, wir sind laut weil man uns die Bildung klaut!" und "Ohne Bildung werd ich Polizist". Im weiteren Verlauf kam es noch zu mehreren kleineren Demonstrationen und Blockaden in der Innenstadt.

Die Polizei ging nun gegen den offensichtlich kämpferischeren Teil der Proteste massiv vor. Einzelne Menschen wurden am Wilhelmsplatz brutal festgenommen und es kam mehrmals zu Schlagstockeinsätzen um die Menge zu zerstreuen.
Die 13 Verhafteten Menschen wurden zur Polizeiwache auf dem Pragsattel abtransportiert. Dort hielten daraufhin etwa 30 Menschen für mehrere Stunden eine Solidaritätsversammlung ab. Andere brachten Glühwein, Jägermeister und Süßigkeiten für die Versammlung vorbei.


Fazit:
Zwar blieben die Proteste im Vergleich zur Tragweite des nun verabschiedeten Gesetzes noch relativ gering, dennoch kann auf den teilweise recht kämpferischen Aktivitäten aufgebaut werden. Dass nicht mit Kooperation mit der Polizei und rein symbolischen Protestformen etwas erreicht wird, dürfte nun noch mehr Leuten bewusst geworden sein.
Es hat sich aber gezeigt, dass die Notwendigkeit ernsthafter Widerstandsformen mehr thematisiert und vermittelt werden muss. Außerdem, dass eine erfolgreiche Organisierung des Protestes Strukturen zur Bedingung hat, die kontinuierlich dazu aktiv sind und nicht bei legalistischen und auf Kompromisse ausgerichteten Aktionsformen stehen bleiben.
Streiks an Schulen und Universitäten, Besetzungen und Blockaden müssen die nächsten Aktionsformen sein, die von SchülerInnen und Studierenden massenhaft angewandt werden um die Einschnitte abzuwehren und eine Perspektive zu entwickeln.


Um kämpferische und revolutionäre Inhalte organisiert an der Universität zu vertreten und dort weitere Protest- und Widerstandsaktivitäten zu unterstützen, hat sich die >Rote Hochschulgruppe Stuttgart und Region< gegründet. Ihre nächsten Aktivitäten sind:

> Filmvorführung am Mittwoch, den 21.12. um 18 Uhr im K2, Uni Stadtmitte - gezeigt wird: Der 4. Weltkrieg

> Eine Diskussions-Veranstaltung am Mittwoch, den 11.01. Mit dem "Tortenwerfer" von Tübingen, über die Perspektive des Widerstandes. Weitere Ankündigungen folgen.


Flugblatt der Roten Hochschulgruppe zu den Protesten >>>

Großes Nachtreffen am Montag, den 19.12. um 19:00 Uhr im Gebäude K2 beim AK Bildung

Bilder und mehr bei
www.streikblog.de >>>




Home zurück nach oben