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Nein zur Heraufsetzung des Rentenalters!

Nein zur Heraufsetzung des Rentenalters und zu allen weiteren Angriffen von Regierung und Kapital!

An der von Gewerkschaftsbasis-AktivistInnen und verschiedenen Initiativen organisierten Kundgebung in Stuttgart Bad Cannstatt nahmen am Donnerstag, den 14.12. etwa 300 Menschen teil. Als RednerInnen traten Vertrauensleute aus mehreren Cannstatter Betrieben, aber auch Rentner, eine Studentin und mehrere Jugendliche auf. In den Reden wurden die aktuellen Angriffe von Staat und Kapital, die Notwendigkeit von kämpferischen Aktionen im nächsten Jahr und einer anderen Politik thematisiert.

Die Kundgebung sollte in erster Linie als Vorbereitung für die Proteste Anfang 2007 gegen die aktuelle Regierungspolitik, konkret gegen die geplante Erhöhung des Rentenalters und die Gesundheitsreform, dienen. Ob im nächsten Jahr dann tatsächlich eine Dynamik wie vor einigen Monaten in Frankreich entwickelt werden kann, als Millionen mit Demonstrationen, Arbeitsniederlegungen und Besetzungen das Vorhaben der Regierung, den Kündigungsschutz für Jugendliche einzuschränken, verhinderten, wird sich zeigen. Notwendig wäre eine solche Bewegung allemal.

Dass Aktivitäten gegen die konkreten Angriffe von Regierung und Kapital nicht automatisch dazu führen, dass Verbesserungen erkämpft und längerfristig das kapitalistische System in Frage gestellt wird, steht außer Frage. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass die Proteste lediglich zu einer mehr oder weniger starken Abmilderung der Regierungsvorhaben führen werden, diese im Kern aber nicht angekratzt werden. Dies wird in der Regel von den Gewerkschaften dann zwar als Erfolg verkauft, wirkt für weitere Kämpfe allerdings nicht unbedingt motivierend.

Tatsache ist aber, dass ohne unmittelbare Protest- und Widerstandsaktionen gegen die "Reformen", ohne gemeinsame Erfahrungen der Betroffenen, ohne konkrete Praxis sicher keine Perspektive entwickelt werden kann - weder unmittelbar noch längerfristig. Die Sozialproteste, Streiks und Mobilisierungen sind also zu unterstützen und weiter voranzutreiben. Wie auch bei der Kundgebung in Bad Cannstatt ausdrücklich thematisiert, gilt es alle gesellschaftlichen Schichten die von den Angriffen betroffen sind gemeinsam zu mobilisieren und dafür einzutreten dass diese nicht gegeneinander ausgespielt werden. Je mehr dies gelingt und je entschlossener und kämpferischer die Proteste und der Widerstand gegen die Vorhaben der Regierung geführt werden, desto weitreichender können sie verhindert werden.

Gerade von zumindest in Ansätzen erfolgreichen Aktivitäten der gemeinsam Kämpfenden werden weitergehende Forderungen und Mobilisierungen abhängen. Die Aufgabe der revolutionären und kommunistischen AktivistInnen und Organisierungen ist es, die Kämpfe mitzuorganisieren, die Widersprüche darin, etwa das Verhalten der Gewerkschaftsbürokratie zu thematisieren und grundlegende Analysen wie auch weitergehende Perspektiven zu vermitteln.


Aufruf des Cannstatter Aktionskreises für soziale Gerechtigkeit >>>

Veranstaltung am 20. Dezember "Mobilisierungen, Streiks... - wie weiter mit den Sozialprotesten?" >>>



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