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Veranstaltungsreihe zum Revolutionären 1. Mai 2008 in Stuttgart
 

 

Geschichte wird gemacht!
Veranstaltungen im Vorfeld des 1. Mai 2008 in Stuttgart

Der Kapitalismus hat sich heute fast weltweit als herrschendes ökonomisches und politisches System durchgesetzt. Dass dies alles andere als ein Segen für die Menschheit ist, wird dabei immer deutlicher. Die Welt wird seit knapp hundert Jahren ohne Unterbrechung von Kriegen und militärischen Konflikten heimgesucht, die entwickelten Produktivkräfte werden zur Bereicherung einer kleinen Schicht genutzt, während Milliarden in Armut leben. Statt die vorhandenen Möglichkeiten im Interesse aller Menschen zu nutzen, ist das Gegenteil der Fall – unter den gegenwärtigen Verhältnissen führen Erneuerungen von Technologien im Produktionsprozess zu immer schlechteren Arbeitsbedingungen und befördern die Arbeitslosigkeit. Weitere Folgen des „Fortschritts“ innerhalb der kapitalistischen Verhältnisse sind die kontinuierliche Zerstörung der Umwelt in einem beängstigendem Ausmaß und die Produktion immer vernichtenderer Waffen. Die Privatisierungen in praktisch allen gesellschaftlichen Bereichen und damit deren Ausrichtung nach Kapital- und Verwertungsinteressen lässt den Lebensstandard immer weiter zurückgehen – der zunehmende Stress in Schule und Universität und eine schlechtere Gesundheitsversorgung für den Großteil der Bevölkerung sind das, was den „Reformen“ in diesen Bereichen folgte.
Dabei handelt es sich nicht um Fehler im System, sondern um den Fehler eines Systems, dass Konkurrenzkampf, Ausbeutung und Profitstreben um jeden Preis zur Grundlage hat. Selbst diejenigen, die es nicht als ganzes hinterfragen, kritisieren es mal als Neoliberalismus, mal als Raubtierkapitalismus, mal als Globalisierung.

Dass weder esoterischer und religiöser Klimbim eine Verbesserung bringen, noch das Jammern „dass die da oben ja doch immer machen was sie wollen“ weiterhilft, steht für uns fest. Es steht auch fest, dass wir nicht die ersten sind, die sich mit Perspektiven jenseits des Kapitalismus zu beschäftigen haben, die nicht im Bereich der Utopie liegen, sondern real entwickelt werden können.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde eine Fülle von praktischen Erfahrungen sozialer Revolutionen und im Aufbau einer befreiten Gesellschaftsordnung gesammelt. Millionen haben dafür ihr Leben gelassen, weil keine herrschende Klasse ihre Macht freiwillig abgibt, sondern bis hin zur Errichtung faschistischer Diktaturen und mörderischer Kriege jede Option zur Aufrechterhaltung ihres Systems heranzieht. Millionen Menschen haben aber auch die Erfahrungen von Erfolgen im Kampf für eine sozialistische Perspektive gemacht. Heute, nach vielen Erfolgen, Niederlagen und eigenen Fehlern muss es darum gehen, auch in den kapitalistischen Zentren wie der BRD den Faden wieder aufzunehmen und von neuem eine revolutionäre Perspektive zu entwickeln. Dies ist selbstredend nicht nur mit, aber auch nicht ohne eine Beschäftigung mit den bisherigen Erfahrungen und Erkenntnissen möglich. Ein Bezug zur revolutionären Geschichte ist dabei nicht gleichbedeutend mit nostalgischen und kritiklosen Schwärmereien, sie bringt aber nichts als Verwirrung mit sich, wenn sie sich auf eine reine Kritik beschränkt.

Dass die Thematisierung der Geschichte der revolutionären ArbeiterInnen- und Widerstandsbewegung im Rahmen der Mobilisierung zum diesjährigen 1. Mai für uns einen Schwerpunkt darstellt, hat noch weitere Gründe:
Während sich 2008 etwa die Veröffentlichung des Manifestes der kommunistischen Partei von Marx und Engels zum 160., die Novemberrevolution in Deutschland zum 90. und die 1968er Revolte zum 40. mal jähren, wird von Seite der bürgerlichen Medien intensiv eine Umschreibung der Geschichte betrieben. Jede Revolution und jede Revolte soll nichts als Barbarei und Chaos mit sich gebracht haben, eine Alternative zum Kapitalismus also praktisch auch zukünftig unvorstellbar sein. Nicht nur Blätter wie der Spiegel oder die Bild lassen kaum eine Gelegenheit aus, historische Unwahrheiten und peinliche Behauptungen reißerisch aufgemacht zum besten zu geben. Die Propaganda, nicht etwa nur von rechtsextremen Hetzblättern, sondern von angesehenen und in den Medien hofierten Autoren, wird dabei immer verheerender: Ein Martin Mosebach etwa sieht selbst die französische Revolution als Irrweg an und wünscht sich feudale Verhältnisse zurück – und bekommt dafür den Georg Büchner Preis verliehen. Götz Aly setzt in seinem aktuellen Buch „Unser Kampf“ die 68er Bewegung gar mit den Nazis gleich.

Die wahre Flut an Zeitungsartikeln, Reportagen und verschiedensten weiteren Veröffentlichungen dieser Art macht es schwer, überhaupt eine andere Sichtweise auf die Geschichte sichtbar werden zu lassen. Mit den Veranstaltungen im Vorfeld des 1. Mai wird zumindest ein kleiner Beitrag zu einer Gegenöffentlichkeit und ernsthafter Beschäftigung damit geleistet.

Auch ist es gerade heute, da sich ein großer Teil der Unzufriedenheit im Wählen der Linkspartei artikuliert, wichtig, gegen einen erneuten Weg in die sozialdemokratische Sackgasse, die nirgendwo anderes als im Kapitalismus endet, anzugehen. So fortschrittlich viele der Forderungen der Linkspartei sind und ihre Entwicklung auch noch nicht ausgemacht sein mag: mit einer zunehmenden Fixierung auf die parlamentarische Arbeit geht sie schon jetzt Kompromisse ein, die einer wirklichen Veränderung der Verhältnisse im Wege stehen.
Es darf nicht vergessen werden, dass der Reformismus schon immer einer der Totengräber der Revolution war. Dies belegen nicht nur die Beispiele der Rolle der SPD bereits seit 1914, der „Marsch durch die Institutionen“ großer Teiler der 68er Bewegung oder die Einbindung großer Teile verschiedener Protestbewegungen ins System durch die Grünen.
Auch dem gilt es daher, neben einer konkreten aktuellen revolutionären Theorie und Praxis, die gemachten Erfahrungen und einen Bezug auf die revolutionäre Geschichte entgegen zusetzen.

 

Ein Blick in die Geschichte soll zur Entwicklung unserer zukünftigen Kämpfe und Organisierungsformen beitragen. Dementsprechend stehen für uns die Analysen, Organisierungsweisen, die politische Praxis und die strategischen Debatten im Mittelpunkt.

Die hier beworbenen Veranstaltungen thematisieren verschiedene Situationen der revolutionären Bewegungen und vermitteln auf unterschiedliche Art zumindest einen kleinen Teil ihrer Schwierigkeiten, ihrer Erfahrungen und ihrer Erkenntnisse. Auf den Veranstaltungen wird es außerdem Raum für Diskussionen und weiteren Austausch geben.
Bei Infotischen wird dort neben anderen Materialien auch eine Vielzahl von Veröffentlichungen erhältlich sein, die eine intensivere Beschäftigung, auch mit weiteren Facetten der Geschichte der revolutionären Linken, ermöglichen und eine Alternative zur herrschenden Propaganda bieten.
Zu einem besseren Verständnis und mehr Möglichkeiten zur Beteiligung an den Diskussionen bei den Veranstaltungen empfehlen wir die jeweiligen Buchempfehlungen und die downloads auf unserer Homepage. Die Veranstaltungen können jedoch natürlich auch ohne Vorkenntnisse besucht werden.



 

Mittwoch, 07. Mai
Karl Liebknecht – Trotz alledem! (Teil 2 von 2 | 1918 bis 1919)

Der Spielfilm zeigt den Kampf Karl Liebknechts von seiner Entlassung aus dem Gefängnis Luckenau am 23. Oktober 1918 bis zu seiner und Rosa Luxemburgs Ermordung am 15. Januar 1919 durch rechte Freikorps.
Während das kriegsmüde und dennoch kampfbereite Proletariat dem in Berlin eintreffenden Liebknecht einen triumphalen Empfang bereitet, mobilisiert das Kaiserreich seine letzten Kriegsreserven. Der Sozialdemokrat Ebert will die Abdankung des Kaisers, um die Revolution zu verhindern und selbst an die Macht zu kommen. Liebknecht soll in dieses Spiel miteingebunden werden. Er lässt sich jedoch nicht auf faule Kompromisse ein und führt die Arbeiterklasse mit Hilfe revolutionärer Soldaten und der roten Matrosen zur Revolution. Am 9. November ruft Liebknecht vom Berliner Schloss die Sozialistische Republik Deutschland aus. In vielen Fabriken und im Militär werden Arbeiter- und Soldatenräte gegründet. Ein Putschversuch von Militärs und Freikorps am 23.12.1918 scheitert am entschlossenen Widerstand der Arbeiter und Soldaten. Am 1. Januar 1919 entsteht aus dem Spartakusbund die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). In vielen Städten in ganz Deutschland beginnen Unruhen, Kämpfe, Revolten und Revolutionen. Doch auch die Konterrevolution formiert sich...
DEFA 1972 | Farbe; 124 min. | FSK ab 12 Jahren

um 19 Uhr im Subversiv, Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach (nähe Haltestelle Bihlplatz)

 

Als Lektüre zum Thema empfehlen wir (keine Voraussetzung für die Veranstaltung):
Die Deutsche Revolution 1918/1919 | Sebastian Haffner
Novemberrevolution. Volkserhebung gegen den deutschen Imperialismus und Militarismus 1918/1919 | Wolfgang Ruge

Wir empfehlen auch die beiden Radiosendungen zur Novemberrevolution aus der Reihe „Gegen das Vergessen“ | Download Teil 1 >
Download Teil 2 >

 

 

 

 

Bereits gelaufene Veranstaltungen:

 

 

Dienstag, 29. April
Buchvorstellung und Diskussion: Klassenkampf & Solidarität - Geschichte der kämpferischen Betriebsarbeit in Stuttgart

Unter ihrer eng mit der SPD verflochtenen Führung verkommen die Gewerkschaften zunehmend bestenfalls zu einer Art Dienstleistungseinrichtung. Nicht Unterstützung für eigene Kämpfe der Basis und Bereitschaft zur Konfrontation mit dem Kapital sind angesagt, sondern Kompromisse mit der Unternehmerseite und Schikanen gegen rebellische GewerkschaftsaktivistInnen. Nicht der Austritt, sondern selbstständiges Handeln und Opposition gegen den Schmusekurs sind die richtigen Antworten darauf.
Stuttgart kann dahingehend auf eine lange und kämpferische Tradition der ArbeiterInnenbewegung zurückblicken.

AutorInnen des Buches Klassenkampf und Solidarität - zur Geschichte der Stuttgarter Metallarbeiter und Metallarbeiterinnen stellen dieses vor und diskutieren über die aktuelle Situation klassenkämpferischer Betriebsarbeit.

um 19 Uhr im Subversiv
Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach (nähe Haltestelle Bihlplatz U1 & U14)


Die Veranstaltung ist Teil der Mobilisierung der Initiative Sozialproteste zum 1. Mai.

 

 

 

Freitag, 25. April
Buchvorstellung und Diskussion mit dem Autoren Henning Böke: Maoismus

In der sich als linke Basisbibliothek verstehenden Reihe theorie.org des Stuttgarter Schmetterling Verlages ist 2007 von Henning Böke ein Beitrag zum Thema Maoismus erschienen. Neben der historischen Entwicklung Chinas zeichnet Böhnke die Entwicklung der maoistischen Theorie und die Auseinandersetzungen innerhalb der KP Chinas, wie auch die Auseinandersetzung mit der Sowjetunion nach. Sein besonderer Verdienst ist es, die theoretische Entwicklung nicht nur in ihrer Bedeutung für China zu Maos Zeiten darzustellen, sondern gleichsam deren weitere Wirkung nach Maos Tod, bis zum heutigen China. Doch nicht nur zeitlich überschreitet Böhnke eine oft gesetzte Grenze, sein Beitrag überwindet auch räumliche Grenzen: er behandelt die Bedeutung der Theorie Mao Tse-tungs nicht nur in Bezug auf China, sondern fragt auch nach ihrer Bedeutung für die sich in den 60er Jahren neu formierende Linke in den imperialistischen Metropolen.

Aus dem Buchrückentext des Verlages: „Mit seinem eigenständigen Sozialismus, der sich von dem der Sowjetunion scharf abgrenzte, bildete das China Mao Tse-tungs um 1970 einen bedeutenden Bezugspunkt für Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt wie für die progressive Intelligenz im Westen: Der Maoismus war damals eine maßgebliche linke Strömung, mit der großen Hoffnung auf ein alternatives Gesellschaftsmodell jenseits von Kapitalismus und bürokratischem Staatssozialismus verbunden waren. (...)
H at sich Maos Idee einer Gesellschaftsalternative in einem Entwicklungsland als unrealisierbarer utopischer Traum herausgestellt oder enthält sein politisches Denken Konzepte, die aktuell bleiben? Welche Rolle spielte der Maoismus für westliche Linke? Wie ist die Situation im heutigen China? Gibt es noch eine Linke? Wenn ja, wie steht sie zu Mao? (...)“

um 19 Uhr im Subversiv, Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach (nähe Haltestelle Bihlplatz)

 

Als Lektüre zum Thema empfehlen wir (keine Voraussetzung für die Veranstaltung):
Roter Stern über China | Edgar Snow
Die lange Revolution | Edgar Snow
China – Das neue Leben | W. Burchert & R. Alley
China kämpft | Agnes Smedley
Diverse Schriften von Mao Tse-tung

Die Bücher werden teilweise auf den Veranstaltungen erhältlich sein, ansonsten empfehlen wir die Suche über ebay antbo.de oder amazon.de



Mittwoch, 09. April
Zwei Filme zur 1968er Revolte

Vor 40 Jahren revoltierte ein großer Teil der Jugendlichen und StudentInnen gegen die Verhältnisse in der BRD. Die Bewegung richtete sich gegen den von den USA geführten und von Deutschland auf unterschiedliche Art unterstützten Krieg gegen Vietnam und die Unterstützung diktatorischer Regimes in verschiedenen Teilen der Welt. Sie richtete sich auch gegen den Umgang mit den Schuldigen des deutschen Faschismus, die längst wieder hohe Ämter in Wirtschaft und Politik innehatten, sowie das Schweigen der Mehrheit über die Verbrechen in der NS-Zeit, gegen einen konservativen Mainstream und vieles weitere.
Im Aufbruch um das Jahr 1968 hatten viele Strömungen der Linken ihren Ausgangspunkt, bis heute ist er auf unterschiedliche Weise von Bedeutung: Ein Teil derer die damals mitgerissen wurden treten heute als „geläuterte“ Gegner jeder antikapitalistischen Perspektive auf, von konservativer und rechter Seite wird er heute gar als Ursache verschiedener gesellschaftlicher Missstände dargestellt. Zentral für uns ist jedoch die Fülle an Erfahrungen der Organisierungen und Kämpfe die damals ihren Ausgangspunkt hatten.

Der Film „Aufbrüche `68“ ermöglicht einen authentischen Blick auf einzelne Facetten der damaligen Situation der Bewegung in der BRD.
Der Film „All power to the people“ thematisiert den etwa zur selben Zeit in den USA stattfindenden Widerstand gegen rassistische Unterdrückung. Dieser wurde maßgeblich angeführt von der Black Panther Party, die auch für die Linke in anderen Teilen der Welt einen wichtigen Bezugspunkt darstellte.

Aufbrüche ´68
Die Dokumentation beginnt Mitte der 60er Jahre und zeigt die Entstehung einer sich zusehends politisierenden Studentenbewegung in Westberlin. In den Jahren ´67 und ´68 überschlagen sich die Ereignisse. Am 2. Juni 1967 wird Benno Ohnesorg bei den Protesten gegen den Schah von Persien von einem deutschen Polizisten erschossen, es kommt zu Unruhen. Darauf folgen Teach-Ins, Spaß-Guerilla- und andere Aktionen. Wenig später, nach dem Attentat auf Rudi Dutschke, kommt es vor dem Springerhochhaus zu Krawallen, Zeitungsauslieferungswagen der Bild-Zeitung gehen in Flammen auf. Schließlich entscheiden sich einige der AktivistInnen zum bewaffneten Kampf.
Die Szenen der Aktionen sind durchsetzt von Sequenzen aus Interviews und Fernsehauftritten von einigen der Theoretikern der Bewegung wie Rudi Dutschke, Herbert Marcuse und Ernst Bloch.
BRD1998 | Schwarzweiß und Farbe | 45 min.

All power to the people
Der Regisseur des Filmes, der selbst mehrere Jahre Mitglied der Black Panther Party war und im Untergrund lebte, zeichnet ein umfassendes Bild der Bewegung. Sie nahm ihren Anfang in der Bürgerrechtsbewegung, deren prominentester Kopf Martin Luther King, ermordet wurde. An seine Stelle trat Malcom X, der die Ursprünge der rassistischen Diskriminierung im kapitalistischen System ausmachte und auch die Notwendigkeit von militantem Protest und Widerstand propagierte. Basisgruppen, zunächst als bewaffnete Selbstverteidigung gegen rassistische Übergriffe der Polizei organisiert, radikalisierten sich, entwickelten ein politisches Verständnis und erweiterten ihren Kampf, z.B. für die politischen Gefangenen, gegen den Vietnamkrieg und das kapitalistische System im Allgemeinen. Der Film zeichnet ein eindrucksvolles Bild aus einer Mischung von Originalaufnahmen von Aktionen der Panthers in den 60ern und 70ern, Ansprachen und Interviews ihrer Anführer und aus Gesprächen, die der Regisseur in den 90er Jahren mit ehemaligen Militanten führte.
USA / BRD 1998 | Schwarzweiß und Farbe | 54 min.

um 19 Uhr im Subversiv, Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach (nähe Haltestelle Bihlplatz)


Als Lektüre zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema empfehlen wir:
1968 | Thomas Hecken
1968 und die Arbeiter. Studien zum proletarischen Mai in Europa | Bernd Gehrke u. Gerd Rainer Horn
Der Kampf der Black Panther | Bobby Seale

 

Mittwoch, 16. April 2008
Lesung: Mein Freund Klaus | Peter O. Chotjewitz liest aus seinem neuen Roman

Der “Freund Klaus" ist Klaus Croissant, einer der Anwälte der RAF, u.a. von Ulrike Meinhof und Andreas Baader. Er war ein Rechtsanwalt, der Justiz als etwas Politisches begriffen hatte und für den deswegen die Grenze zwischen Verteidigung seiner Mandanten und politischem Engagement fließend war.
Eindringlich wird im Buch ein Stück progressiver Geschichte der Bundesrepublik Deutschland der 70er Jahre beschrieben. Für junge Menschen ist der Autor Peter O. Chojewitz ein Zeitzeuge par excellence, älteren bringt er Ereignisse in Erinnerung, die sie damals vielleicht nicht als so bedeutsam empfanden, wie sie tatsächlich waren.
Der Referent und Autor lebt seit 1995 in Stuttgart. 2001 erhielt er den Literaturpreis der Stadt Stuttgart.

um 19.30 Uhr
im Clara-Zetkin-Haus, Gorch-Fock-Straße 26, 70619 Stuttgart-Sillenbuch


Die Veranstaltung wird organisiert vom Buchladen CLU und ist nicht Teil der Veranstaltungsreihe zum 1. Mai – aufgrund ihrer passenden Thematik empfehlen wir sie an dieser Stelle dennoch gerne.

 

 

 

Freitag, 18. April
Vortrag und Diskussion: Leben und Werk von Mao Tse-tung

Für die bürgerlichen Medien gilt Mao als Inkarnation des Bösen, als brutaler, machthungriger und rücksichtsloser Diktator und Massenmörder. Das öffentlich produzierte Bild soll eine sachliche Auseinandersetzung mit der Geschichte der VR China wie auch der Bedeutung Maos von vornherein verhindern. Dabei werden die hier gängigen Darstellungen, beruhend auf wenigen „Sachbüchern“ von umstrittenen AutorInnen wie Jung Chang, selbst von großen Teilen bürgerlicher Synologen abgelehnt.
Um so erstaunlicher, dass selbst für große Teile der Linken Mao – in der Regel ohne jegliche kritische Auseinandersetzung und aufgrund der Quellen der bürgerlichen Presse - als totalitärer Herrscher und Feind jeglicher Emanzipation angesehen wird.
Einher mit der unhinterfragten, teilweise hysterischen Ablehnung der Linie innerhalb der KP Chinas, für die die Namen Maos und anderer standen, geht dabei die Verschüttung eines wichtigen Kapitels der Geschichte der revolutionären Bewegung. Deren kritische Aneignung ist jedoch eine der vordringlichen Aufgaben der Linken in der heutigen Zeit.

Die maßgeblich von Mao entwickelten analytischen, methodischen und organisatorischen Ansätze haben dazu nicht nur eine geschichtliche Bedeutung. Während ihre – zweifelsohne kritisch zu hinterfragende – einstige Anwendung von Seiten großer Teile der Linken in der BRD nahezu verschwunden ist, beziehen sich weltweit bis heute Millionen darauf.
Die Veranstaltung soll anhand einer Biographie Maos, wie auch seiner Werke und seinem Wirken einen Einstieg in die Beschäftigung mit der Thematik liefern.

Eine Veranstaltung, die den „Maoismus“ als solchen, seine Bedeutung für die revolutionäre Linke in der BRD etc. zum Thema hat, findet am 25. April statt.

um 19 Uhr im Subversiv, Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach (nähe Haltestelle Bihlplatz)


Als Lektüre zum Thema empfehlen wir (keine Voraussetzung für die Veranstaltung):
Roter Stern über China | Edgar Snow
Die lange Revolution | Edgar Snow
China – Das neue Leben | W. Burchert & R. Alley
China kämpft | Agnes Smedley
Diverse Schriften von Mao Tse-tung

Die Bücher werden teilweise auf den Veranstaltungen erhältlich sein, ansonsten empfehlen wir die Suche über ebay antbo.de oder amazon.de

 

 

Montag, 21. April 2008
Veranstaltung zur Mobilisierung zum Revolutionären 1. Mai in Zürich

Referenten vom Revolutionären Aufbau Schweiz berichten von der diesjährigen 1. Mai Mobilisierung in Zürich, sowie deren Geschichte.

um 21 Uhr im Subversiv, Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach (nähe Haltestelle Bihlplatz)

 



 

Mittwoch, 23. April
Teil 1 der zweiteiligen Filmreihe über Karl Liebknecht

Der Name Karl Liebknecht ist eng verbunden mit den revolutionären Erhebungen Hunderttausender in Deutschland um das Jahr der Novemberrevolution 1918, die sich in diesem Jahr zum 90. mal jährt. Aus den Protesten gegen den 1. Weltkrieg und den Verrat der SPD, sowie in enger Verbundenheit mit der Oktoberrevolution 1917 in Russland, entstand eine revolutionäre Bewegung, die tiefgreifende Veränderungen erreichte. Trotz ihrer Niederschlagung durch monarchistische und die ersten faschistischen Kräfte, im Verbund mit der SPD-Führung, war sie ein Meilenstein auf dem Weg der sozialistischen ArbeiterInnenbewegung.
Die beiden Spielfilme zum Leben Karl Liebknechts zeigen nicht nur sein Wirken in dieser Zeit, sondern liefern auch eine Basis an Grundkenntnissen über diese wichtige Phase der linken und revolutionären Bewegung in Deutschland.


Karl Liebknecht – Solange Leben in mir ist (Teil 1 von 2 | 1914 bis 1916)
Der Spielfilm zeigt Episoden aus dem Leben Karl Liebknechts in den Jahren 1914 – 1916. Als einziger von 110 SPD-Abgeordneten verwehrt er im Reichstag als Einzelkämpfer den Kriegsanleihen für den Ersten Weltkrieg seine Stimme. Er verlässt den Plenarsaal unter den Ausruf: „Solange Leben in mir ist werde ich gegen den deutschen Militarismus kämpfen!“ Daraufhin wird er von seiner Parteiführung, die unter Scheidemann, Ebert und Noske den Kriegskurs des Kaisers unterstützt, als “Nestbeschmutzer” und “Deutschenhasser” gebrandmarkt und fallengelassen.
Arbeitsverbot, Verleumdungen, Morddrohungen gegen ihn und seine Frau hindern ihn nicht daran überall – bei den ArbeiterInnen und vor allem bei den Jugendlichen – gegen den Krieg, den imperialistischen Klassenfeind und den Opportunismus der Sozialdemokraten aufzutreten. Schließlich wird Liebknecht selbst an die Front geschickt und muss am eigenen Leib die Gräuel des Krieges erfahren. Im Schützengraben schreibt er weiter Reden und kommt dabei auch zu seiner bekanntesten und bis heute gültigen Erkenntnis: „Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“. Als Reaktion auf den Verrat der Sozialdemokraten gründet er mit Rosa Luxemburg und anderen die Spartakusgruppe. Diese mobilisiert 1916 – zum ersten mal seit zwei Jahren – zu einer illegalen Kundgebung am Ersten Mai. Dort wird Liebknecht verhaftet und wegen Landesverates angeklagt. Sein Letzter Ausruf vor seiner Verhaftung: „Es lebe der Erste Mai!!“
DEFA 1965 | Schwarzweiß | 108 min.| FSK ab 12 Jahren

Teil 2 „Karl Liebknecht – Trotz alledem!“ läuft am Mittwoch, den 7. Mai

um 19 Uhr im Subversiv, Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach (nähe Haltestelle Bihlplatz)

 

Als Lektüre zum Thema empfehlen wir (keine Voraussetzung für die Veranstaltung):
Die Deutsche Revolution 1918/1919 | Sebastian Haffner
Novemberrevolution. Volkserhebung gegen den deutschen Imperialismus und Militarismus 1918/1919 | Wolfgang Ruge

Wir empfehlen auch die beiden Radiosendungen zur Novemberrevolution aus der Reihe „Gegen das Vergessen“ Download Teil 1 >
Download Teil 2 >




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