Die Erhebungen Hunderttausender in Deutschland während der Novemberrevolution 1918 jähren sich in diesem Jahr zum 90. mal. Aus Protest gegen den Massenmord des 1. Weltkriegs, die noch immer monarchistisch geprägten Verhältnisse, den Verrat der SPD, sowie unter dem Eindruck der Oktoberrevolution 1917 in Russland, entstand eine revolutionäre Bewegung, die tiefgreifende Veränderungen erreichte. Trotz ihrer Niederschlagung durch das Militär inklusive der ersten faschistischen Kräfte, die im Einklang mit und teilweise sogar auf Befehl der auf die Sicherung der kapitalistischen Verhältnisse zielenden SPD handelten, war sie ein Meilenstein auf dem Weg der revolutionären ArbeiterInnenbewegung. In der öffentlichen und medialen Geschichtsbetrachtung steht die Novemberrevolution 1918 und der damit einsetzende Kampfzyklus selten im Fokus, wenn überhaupt, dann wird lediglich die Rolle der Sozialdemokratie als Mitbegründerin der Weimarer Republik dargestellt und der revolutionäre Charakter der Kämpfe an den Rand gedrängt oder diffamiert.
Für uns stehen jedoch gerade diese Kämpfe, die auf eine radikale und revolutionäre Veränderung der Verhältnisse abzielten, im Mittelpunkt. Dass die Novemberrevolution schließlich mit einer Niederlage der revolutionären Kräfte endete, bedeutet schließlich nicht, dass wir uns nicht mit ihr zu befassen hätten, im Gegenteil. Die Analyse der Niederlagen, aber auch die Fortschritte, welche die revolutionäre Bewegung gemacht hat, sind von großer Bedeutung. In diesen Kämpfen, in ihrer Geschichte, werden die Möglichkeiten einer anderen Gesellschaft greifbar und diese gilt es uns anzueignen.
Veranstaltungen:
Freitag, 07. November
Veranstaltung: Diskussion über die Bedeutung der Novemberrevolution
In dieser Veranstaltung soll die Bedeutung der Ereignisse im November 1918 für die Geschichte der Linken nochmals herausgestellt und der Frage nachgegangen werden, welche Lehren wir auch heute noch aus den Erfahrungen und letztlich der Niederschlagung der Novemberrevolution ziehen können. Wo lagen die Fehler und warum scheiterte die Revolution? Welche Rolle spielte die Spartakusgruppe bei den Ereignissen und was hat diese letzlich dazu bewegt in der Jahreswende 1918/1919 die KPD zu gründen? Diese Fragen werden auf der Veranstaltung beleuchtet und zur Diskussion gestellt. Darüber hinaus sollen die Theorien vorgestellt werden die die Revolutionäre versuchten in die Praxis umzusetzen und weiterzuentwickeln.
Historische Vorkenntnisse sind für die Veranstaltung nicht erforderlich, eine Beschäftigung mit der Thematik, z.B. über die Veranstaltungen davor aber sicher dienlich.
um 19 Uhr | im Subversiv – Soziales Zentrum Stuttgart | Burgstallstr. 54, 70199 Stuttgart-Heslach
(Nähe Haltestelle Bihlplatz U1 & U14)
Die Veranstaltungen werden organisiert von:
Stuttgarter Arbeitskreis zur Novemberrevolution
und Revolutionäre Aktion Stuttgart
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Bereits gelaufene Veranstaltungen:
Mittwoch, 22. Oktober
Film: Im Westen nichts Neues (1930)
Erzählt wird die Geschichte des deutschen Gymnasiasten Paul Bäumer, der sich bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wie fast alle seiner Klassenkameraden freiwillig zur Armee meldet, nachdem ihnen von ihrem Lehrer die „Vorzüge“ des Heldentodes und des „Sterbens für das Vaterland“ in einer flammenden Rede geschildert wurden. Die Realität des Krieges zerstört jedoch jäh die romantischen Verklärungen, und lässt die Menschen erfahren, wohin der nationalistische Wahn führt: In den Dreck und das Elend der Schützengräben.
Der wohl bedeutendste und zu seiner Zeit weltbekannte Antikriegsfilm führt uns die Grauen des 1. Weltkriegs vor Augen. Der sich schier endlos hinziehende Krieg mit immer mehr Opfern und die sich zunehmend verschlechternde Lage der Bevölkerung bildeten den Nährboden für die sich formierende revolutionäre Bewegung.
um 19 Uhr | im Subversiv – Soziales Zentrum Stuttgart | Burgstallstr. 54, 70199 Stuttgart-Heslach
(Nähe Haltestelle Bihlplatz U1 & U14)
*********************************************************************************************************************************
Mittwoch, 29. Oktober
Film: Karl Liebknecht – Solange Leben in mir ist (1965)
Der Spielfilm zeigt Episoden aus dem Leben Karl Liebknechts in den Jahren von 1913 bis 1916. Als einziger von 110 SPD-Abgeordneten stimmt er im Reichstag gegen die Kriegsanleihen für den Ersten Weltkrieg. Er verlässt den Plenarsaal unter den Ausruf: „Solange Leben in mir ist werde ich gegen den deutschen Militarismus kämpfen!“ Daraufhin wird er von seiner Parteiführung, die unter Scheidemann, Ebert und Noske den Kriegskurs des Kaisers unterstützt, als “Nestbeschmutzer” und “Deutschenhasser” gebrandmarkt und fallengelassen. Arbeitsverbot, Verleumdungen, Morddrohungen gegen ihn und seine Frau hindern ihn nicht daran überall gegen den Krieg, den imperialistischen Klassenfeind und den Opportunismus der Sozialdemokraten aufzutreten. Schließlich wird Liebknecht selbst an die Front geschickt. Im Schützengraben an der Front in Frankreich agitiert er weiter, schreibt weiter Reden und kommt dabei auch zu seiner bekanntesten und bis heute gültigen Erkenntnis: „Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“. Als Reaktion auf den Verrat der Sozialdemokraten gründet er mit Rosa Luxemburg und anderen die Spartakusgruppe. Diese mobilisiert 1916 zu Kundgebung am Ersten Mai. Dort wird Liebknecht verhaftet, wegen Landesverrates angeklagt und zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, die jedoch nicht dazu führt, dass er sich beugt.
um 19 Uhr | im Subversiv – Soziales Zentrum Stuttgart | Burgstallstr. 54, 70199 Stuttgart-Heslach
(Nähe Haltestelle Bihlplatz U1 & U14)
*********************************************************************************************************************************
Freitag, 31. Oktober
Veranstaltung: Geschichte der Novemberrevolution
Der Referent Prof. Dr. Axel Kuhn (Universität Stuttgart) berichtet über die Ereignisse der Novemberrevolution. Er geht auf die Abläufe ein und beleuchtet die Hintergründe. Dabei geht er unter anderem folgenden Fragen auf den Grund: Wie kam es zur Novemberrevolution? Wie entstand die revolutionäre Stimmung in der Bevölkerung? Wie liefen die Ereignisse ab und wie kam es zur Niederschlagung der Aufständischen?
Die Veranstaltung wird begleitet von zahlreichem Bildern.
um 19 Uhr | im Subversiv – Soziales Zentrum Stuttgart | Burgstallstr. 54, 70199 Stuttgart-Heslach
(Nähe Haltestelle Bihlplatz U1 & U14)
*********************************************************************************************************************************
Mittwoch, 05. November
Film: Karl Liebknecht – Trotz alledem!
Der Spielfilm zeigt den Kampf Karl Liebknechts von seiner Entlassung aus dem Zuchthaus Luckenau am 23. Oktober 1918 bis zu seiner Ermordung am 15. Januar 1919 durch rechte Freikorps. Während das kriegsmüde und dennoch kampfbereite Proletariat dem in Berlin eintreffenden Liebknecht einen triumphalen Empfang bereitet, mobilisiert das Kaiserreich seine letzten Kriegsreserven. Der Sozialdemokrat Ebert will die Abdankung des Kaisers, um die Revolution zu verhindern und selbst an die Macht zu kommen. Am 9. November ruft Liebknecht vom Berliner Schloss die Sozialistische Republik Deutschland aus. In vielen Fabriken und im Militär werden Arbeiter- und Soldatenräte gegründet. Am 1. Januar 1919 entsteht aus dem Spartakusbund die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). In vielen Städten in ganz Deutschland beginnen Unruhen, Kämpfe, Revolten und Revolutionen. Doch auch die Konterrevolution formiert sich...
um 19 Uhr | im Subversiv – Soziales Zentrum Stuttgart | Burgstallstr. 54, 70199 Stuttgart-Heslach
(Nähe Haltestelle Bihlplatz U1 & U14)