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Antifaschistische Kehrwochen
 

INFOTISCHE DER ANTIFASCHISTISCHEN KEHRWOCHEN

Am Samstag, den 18. Februar organisierte das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region im Rahmen der Antifaschistischen Kehrwochen zwei Informations-Stände. Nach Welzheim, Alfdorf, Schorndorf und Backnang waren diesmal Leonberg und Ditzingen an der Reihe. In beiden Orten haben sich in den letzten Monaten mehrere Übergriffe von Nazis ereignet. Außerdem versuchen Nazis aus dieser Region kontinuierlich Linke und MigrantInnen einzuschüchtern und ihre Aktivitäten zu verstärken.

Nachdem die vorangegangenen Info-Tische massiver staatlicher Repression ausgesetzt waren (Verbote, Festnahmen, Beschlagnahmungen, Strafanzeigen etc.) schien zunächst einiges darauf hinzudeuten, dass dieses staatliche Vorgehen gegen aktive AntifaschistInnen auch an diesem Tag fortgesetzt werden sollte. So wurde erst wenige Tage vor dem 18.02. von der Stadt Ditzingen die Durchführung des dortigen Info-Tisches verboten, am Tag selbst beschlagnahmte die Polizei am frühen morgen, vor Beginn der Info-Tische in Leonberg noch antifaschistische Anstecker.
Ab Beginn des Info-Tisches in Leonberg, der diesmal nicht nur von etwa 40 AntifaschistInnen sondern auch von mehreren Pressevertretern besucht wurde, änderte sich die Strategie der Polizei jedoch. Die anwesenden Beamten schritten weder gegen das Verteilen der Broschüren ein, die bei den vorangegangenen Info-Tischen noch zu hunderten beschlagnahmt wurden, trat nicht provokativ auf und gab selbst die beschlagnahmten antifaschistischen Anstecker wieder zurück.
Der Info-Tisch in Leonberg konnte so ohne Probleme durchgeführt und zahlreiche Broschüren und Flugblätter verteilt werden.
Im Anschluss daran wurde auch in Ditzingen, trotz Verbot, an der geplanten Stelle in der Innenstadt ebenfalls ein Informations-Stand aufgebaut. Auch hier schritt die Polizei nicht ein.

Zum Verlauf des Tages kann sicher ein positives Fazit gezogen werden: Die staatliche Repression wurde nicht fortgeführt. Die Tatsache dass das Antifaschistische Aktionsbündnis sich nicht einschüchtern hat lassen, sondern die kriminalisierten Flugblätter und Broschüren trotz Beschlagnahmungen und Strafanzeigen über die letzten Wochen und Monate weiter verteilte und die Repression öffentlich thematisierte, hat sich als richtig erwiesen. Der Versuch, insbesondere der Stuttgarter Staatsanwaltschaft und der Staatschutz-Abteilungen der Polizei, die Antifaschistischen Aktivitäten zu be- und verhindern, zu diffamieren und einzuschüchtern, hat sich so zunächst als Bumerang erwiesen. Zahlreiche kritische Artikel selbst in der bürgerlichen Presse zum staatlichen Vorgehen und viele Solidaritätsbekundungen breiter Kreise mit den Antifaschistischen Aktivitäten, waren stattdessen die Folge.
Dennoch darf nicht vergessen werden, dass immer noch Dutzende Verfahren gegen Menschen laufen, die die Broschüren und Flugblätter verteilt haben sollen.

Zum bisherigen Verlauf der gesamten Antifaschistischen Kehrwochen kann ebenfalls ein positives Fazit gezogen werden. Tausende Broschüren und Flugblätter wurden verteilt, in mehreren Orten die bisher von den Aktivitäten der Nazis geprägt waren, wurde antifaschistische Präsenz gezeigt und viele Menschen über die Aktivitäten der Nazis und die Notwendigkeit dagegen aktiv zu werden informiert. Bei keiner der antifaschistischen Aktivitäten kam es, trotz großmäuligen vorherigen Drohungen, zu ernsthaften Gegenaktionen der Nazis.
Es gilt nun, darauf aufzubauen, das Antifaschistische Aktionsbündnis und andere antifaschistische Strukturen weiter auszubauen, die antifaschistischen Aktivitäten fortzuführen und weiter offensiv gegen die Nazis und rechte Ideologien und Aktivitäten in Stuttgart und der Region vorzugehen.


Siehe auch:
www.antifa-kehrwochen.de.am
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