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Newsletter 105 - 07.07.2008
 

Newsletter der Revolutionären Aktion Stuttgart (105)

KURZMELDUNGEN:

+++ In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni haben militante AktivistInnen das Oberlandesgericht in Stuttgart mit Farbflaschen attackiert und die Parole „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ auf der Fassade hinterlassen. Die Aktion richtete sich gegen den Prozess gegen 5 Aktivisten aus der Türkei in Stuttgart-Stammheim (siehe auch den Demobericht unten).
Die Erklärung ist hier zu finden:
http://infoladenludwigsburg.plentyfact.net/infoladen4/sections/news/news_show.php?id=2244


+++ Am vergangenen Samstag, den 05. Juli fand in Stuttgart eine Demonstration gegen die Paragraphen 129 und die Kriminalisierung linker und revolutionärer Aktivitäten und Organisierungen statt. Mehr als 400 Menschen nahmen daran teil. Die Polizei nahm im Laufe des Tages fast 30 Personen u.a. wegen des Mitführens von Halstüchern und T-Shirts mit dem Aufdruck ACAB (All cops are bastards) fest, verletzte eine Demonstrantin und beschlagnahmte fast sämtliche Broschüren und Flugblätter eines Infotisches.
Ein ausführlicher Bericht, sowie Bilder sind hier zu finden:
http://de.indymedia.org/2008/07/221514.shtml
http://www.trueten.de/archives/4335-Stuttgart-UEber-400-TeilnehmerInnen-bei-Demonstration-gegen-129.html



+++ Ebenfalls am vergangenen Samstag, fand in Stuttgart eine Demonstration gegen die Politik der G8 Staaten statt. Hieran beteiligten sich etwa 130 Menschen. Auch hier provozierte die Polizei durch massives Auftreten und Übergriffe.
Mehr dazu gibt es hier: http://de.indymedia.org/2008/07/221472.shtml



+++ Die starke Solidaritätsarbeit im Zusammenhang mit dem Versuch der belgischen und internationalen Repression, die Rote Hilfe Belgiens und die Rote Hilfe International in ihrem Aufbauprozess anzugreifen, zeigte ihre ersten Früchte: Bisher wurden 3 der 5 Festgenommenen wieder freigelassen (die Anklagen bleiben aber bestehen). Es gab und gibt eine Vielzahl von Solidaritätsaktionen in Belgien und mehreren anderen Ländern, auch Teile der bürgerlichen Presse sehen das staatliche Vorgehen unter dem Vorwand der "Terrorismusbekämpfung" zunehmend kritisch.
Einer der beiden noch in Haftsitzenden, Jea-François befindet sich im Hungerstreik.
Am Samstag 19. Juli organisiert die Rote Hilfe International, zusammen mit der Roten Hilfe Belgien eine internationale Demonstration vor dem Knast in Brüssel.
Siehe auch:
http://www.aufbau.org/index.php?option=com_content&task=view&id=392&Itemid=81
http://www.aufbau.org/index.php?option=com_events&task=view_detail&Itemid=66&agid=134&year=2008&month=07&day=19



+++ Die kolumbianische Rechte und praktisch sämtliche bürgerlichen Medien jubeln über die Aktion des kolumbianischen Militärs zur Befreiung der Politikerin Ingrid Betancourt aus den Händen der Guerilla FARC am 02. Juli. Trotz Zweifeln an der Version des Militärs und der Regierung zum Ablauf der Aktion, stellt die Befreiung sicher einen weiteren schweren Schlag gegen die älteste und größte Guerilla Lateinamerikas dar. Nach der Ermordung des hochrangigen Funktionärs der FARC Raúl Reyes auf Ecuadorianischem Gebiet durch das kolumbianische Militär, dem Tod des Führungskaders Manuel Marulanda, einigen Desertationen und dem Fund wichtiger Informationen zum Kommunikationssystem der einzelnen FARC-Einheiten auf dem Laptop von Raúl Reyes wurde die Guerilla innerhalb weniger Wochen wohl in eine ihrer schwersten Krisen gestürzt. Dazu kommt die Kritik aus verschiedenen Kreisen, u.a. vom Venezoleanischen Präsidenten Chavez, am Festhalten der FARC am bewaffneten Kampf.
Tatsächlich war die FARC bisher jedoch stets in der Lage auf Angriffe und Niederlagen zu reagieren und ihre Strukturen und Aktivitäten aufrechtzuerhalten.
Neben den Angriffen von Militär und Paramilitärs mithilfe der USA und anderer Länder, sieht sich die FARC auch einer starken Desinformationskampagne ausgesetzt. So wird ihnen genau das vorgeworfen, wofür nachweislich die, nur durch die Hilfe aus imperialistischen Ländern sich noch an der Macht befindende, kolumbianische Oligarchie verantwortlich ist: Drogenhandel und Ermordung von Zivilisten.
Im Juni erschien ein Artikel, der sachlich und faktenreich die Situation der FARC und des revolutionären Kampfes in Kolumbien beleuchtet - er ist hier zu finden: http://www.nuevacolombia.de/fullpage_information.php?id=869
Bilder der FARC: http://www.youtube.com/watch?v=57dEfrB9cpM






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ANKÜNDIGUNGEN


VERANSTALTUNG: VON DER GESCHICHTE IN DIE ZUKUNFT - ZUM 70. TODESTAG DER ANTIFASCHISTISCHEN WIDERSTANDSKÄMPFERIN LILO HERRMANN

Wir erinnern an die Stuttgarter Kommunistin und Antifaschistin Lilo Herrmann, die am 20. Juni 1938 von den Nazifaschisten in Berlin Plötzensee hingerichtet wurde. Lilo Herrmann hat im illegalen Widerstand der Kommunistischen Partei gegen den Faschismus und den drohenden Krieg gekämpft. Die Erinnerung an die antifaschistischen Widerstandskämpferin musste im ehemaligen Täterland bis in die 1970er/1980er Jahre erkämpft und gegen die Mehrheitsgesellschaft durchgesetzt werden. Dieser Kampf hat sich gelohnt und die gesellschaftlichen Auswirkungen sind bis heute spürbar.

Das gefällt nicht allen, denn im antifaschistischen Widerstand haben sehr viele KommunistInnen gekämpft. Ob rechtskonservativ, christlich-sozial, freidemokratisch, sozialdemokratisch oder grün regiert, alle Regierungskonstellationen handeln auf der Basis der sogenannten Totalitarismusdoktrin, die behauptet, dass alles was politisch links und rechts von der „Mitte“ steht, tendenziell gleich sei, und die Demokratie vor beidem gleichermaßen geschützt werden muss. Dieses Verständnis liegt dem politischen und polizeilichen Umgang mit linken Anti-Nazidemonstrationen zugrunde und es dominiert inzwischen die staatliche Erinnerungspolitik. Erinnert wird an „beide deutschen Diktaturen“, gemeint sind Nazifaschismus und DDR-Staat. Die Singularität des Nazifaschismus wird darüber systematisch aufgeweicht, die Naziverbrechen werden relativiert und der kommunistische antifaschistische Widerstand wird demontiert.

Veranstalter: VVN/Bund der AntifaschistInnen Stuttgart

Mittwoch, 09. Juli um 19 Uhr im Subversiv
Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach (Nähe Haltestelle Bihlplatz U1 & U14)







NAZIS KEINE BASIS BIETEN - DEMONSTRATION GEGEN DIE NPD AM 19. JULI IN SINDELFINGEN

Schon seit geraumer Zeit häufen sich die Naziaktivitäten verschiedenster Art in der Region um Stuttgart. Dabei stechen insbesondere der Regionalverband der neonazistischen NPD, als organisatorische Kraft, sowie der Kreis Böblinge-Sindelfingen als lokaler Schwerpunkt hervor. Neben regelmäßigen stattfindenden NPD Propaganda-Stammtischen, dient hier das monatliche Verteilen mehrerer tausend Parteihetzblättchen voller menschenverachtender Ideologie den Nazis bei ihrem Versuch, sich fest zu etablieren. Um bei den Gemeinderatswahlen im Juni 2009 in den Gemeinderat einziehen zu können, wird die NPD das ganze Jahr '08 hindurch versuchen, sich propagandistisch so stark wie möglich vor allem in Sindelfingen hervorzutun.

Es darf nicht sein, dass Faschisten zum politisschen Alltag werden und ihre menschenverachtende rassistische, nationalistische und antisemitische Hetze als "Meinung" akzeptiert wird. Dass die Nazis es nur dort schaffen, sich mit ihrem menschenverachtenden Gedankengut gesellschaftlich zu etablieren, wo ihnen kein ausdauernder Widerstand auf alle Ebenen entgegegebracht wird, hat sich längst gezeigt.

Machen wir gemeinsam deutlich, dass den Nazis hier, genauso wie überall sonst, kein Freiraum zusteht!

Kommt zur Demo: Samstag, 19.Juli um 11:30 Uhr, S-Bahn Goldberg

Mehr Infos: www.nazis-keine-basis.tk







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TERMINKALENDER

Mittwoch, 09. Juli: Veranstaltung über Lilo Herrmann
> 19 Uhr im Subversiv, Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach


Freitag, 11. Juli: Kabarett mit Peter Grohmann
> 19:30 Uhr im Subversiv, Burgstallstr. 54, Stuttgart-Heslach


Samstag, 19. Juli: Demo gegen die NPD
> 11.30 S-Bahnhof Goldberg


Samstag, 19. Juli: Demo für linke Freiräume
> um 14.30 Uhr, Kalter Markt / City Center in Schwäbisch Gmünd


Freitag, 08. bis Sonntag, 10. August: Umsonst und Draussen Festival
> Uniwiesen Stuttgart Vaihingen - Programm und Anfahrt: www.ud-stuttgart.de




Regelmäßig:

> Öffnungszeiten des Infoladen Stuttgart: Montag bis Freitag, 18 bis 20 Uhr und bei Veranstaltungen im Subversiv (Burgstallstr. 54, Stuttgart - Heslach)

> Jeden Samstag ab 20 Uhr lecker veganes/vegetarisches Essen bei der Volxküche im Subversiv (Burgstallstr. 54, Stuttgart - Heslach)

> Jeden ersten Sonntag im Monat vegan/vegetarischer Brunch im Subversiv (Burgstallstr. 54, Stuttgart - Heslach)



Solidarische Grüße

Revolutionäre Aktion Stuttgart
www.revolutionaere-aktion.de.am

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>Zu diesem Newsletter <<<<<<<<<<<<<<<<<
Dies ist der Newsletter der Revolutionären Aktion Stuttgart. In mal mehr, mal
weniger regelmäßigen Abständen berichtet er über Termine wie
Veranstaltungen, Demos und Aktionen sowie über aktuelle Ereignisse.
Schwerpunkt ist dabei der Großraum Stuttgart.

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