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Newsletter 142 - 10.06.2010

Newsletter der Revolutionären Aktion Stuttgart (142)


KURZMELDUNGEN:

+++ Am kommenden Samstag finden in Stuttgart und Berlin Demonstrationen gegen die Krisenpolitik von Staat und Kapital statt, wir mobilisieren zu einem Revolutionären Block auf der Demo in Stuttgart. Wie schon beim gestrigen Bildungsstreik, ist davon auszugehen dass die Polizei versucht im Vorfeld beliebig Fahnen zu beschlagnahmen. Wir möchten Euch daher bitten möglichst viele Fahnen und ebenso Transparente, Megaphone u.ä. mitzubringen, aber auf Vorkontrollen zu achten. Weitere aktuellen Infos und Einschätzungen zur Mobilisierung sind unten zu finden.

 

+++ In Stuttgart und zahlreichen weiteren Städten bundesweit gingen am gestrigen Mittwoch zehntausende Menschen für ein besseres Bildungssystem auf die Straße. Zahlreiche Bilder und Berichte dazu sind u.a. bei www.indymedia.org und www.linksunten.indymedia.org zu finden.

 

+++ In den letzten Tagen und Wochen hat die staatliche Repression gegen linke MigrantInnen im Raum Stuttgart erneut zugenommen. Mehrere kurdischen Jugendliche wurden verhaftet. Ein kurzer Bericht dazu ist hier zu finden: http://linksunten.indymedia.org/de/node/21325

 

+++ Die Belegschaft von KBA-MetalPrint kämpft seit mehr als einem Jahr gegen die Schließung des Standortes in Stuttgart. Die Angriffe auf die Belegschaft und den Betriebsrat verschärfen sich seither immer mehr. Vielen Beschäftigten wurde gekündigt, aktuell soll der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende rausgeschmissen werden.
Am 17. Juni soll es eine gemeinsame Fahrt von Belegschaft und UnterstützerInnen zur Hauptversammlung des Konzerns nach Würzburg geben. Sie startet um 7.30 Uhr vor KBA-MetalPrint in Stuttgart, Wernerstr.119-129. Um Anmeldung wird gebeten: betriebsrat@kba-metalprint.de

Diejenigen, die am 17. Juni nicht mit den KBA-KollegInnen nach Würzburg fahren können sind von der IGM Esslingen dazu aufgerufen, zum Kündigungsverfahren gegen den Betriebsratskollegen Günter Albrecht von Dietz Motoren am 17. Juni um 14 Uhr im Arbeitsgericht Stuttgart zu kommen, Johannesstr. 86, Saal 105, 1. Stock.

 

+++ Aufgrund des Angriffs des israelischen Militärs auf mit Hilfsgütern für den Gazastreifen beladene Schiffe fanden und finden weltweit Protestaktionen statt. In Stuttgart haben, ebenso wie in zahlreichen anderen Städten, insbesondere türkische nationalistische Gruppen versucht die Mobilisierungen zu dominieren und für religiöse und antisemitische Propaganda zu nutzen. Linke und fortschrittliche Gruppen und AktivistInnen führten daher in Stuttgart kurzfristig eigenständige Kundgebungen gegen die Angriffe und die Blockade des Gazastreifens durch, an denen sich bis zu 150 Menschen beteiligten.

Ein Interview mit der israelischen Schriftstellerin, Mitbegründerin der israelischen Friedensgruppe Peace Now, Trägerin des Israel-Preises und ehemaligen Erziehungsministerin Shulamit Aloni (81) zum Angriff des israelischen Militärs ist hier zu finden: http://www.jungewelt.de/2010/06-03/045.php

 

+++ Am Samstag, den 19. Juni findet in Stuttgart eine Kundgebung im Rahmen der Aktivitäten zum Tag des revolutionären Gefangenen statt.
Mehr zum Aktionstag ist hier zu finden:
http://web.resist.ca/~infoladenlb/infoladen4/sections/news/news_show.php?id=3424
Den Aufruf zur Kundgebung gibt es hier:
http://web.resist.ca/~infoladenlb/infoladen4/sections/dates/dates_show.php?id=182




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VERANSTALTUNGSANKÜNDIGUNG

Veranstaltung am Freitag, den 11. Juni
PODER POPULAR - VOLKSMACHT IN VENEZUELA (MIT YOEL CAPRILES, AKTIVIST AUS CARACAS)

Seit Monaten ist die deutsche und europäische Presse voller feindseliger Meldungen über Venezuela. Das Land stehe kurz vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, Stromabschaltungen, zunehmende Kriminalität, Beschneidung der „Meinungsfreiheit“, protestierende Studenten, Krise über Krise in der Regierung, ein diktatorischer Präsident, der wild Banken und Lebensmittelkonzerne enteignet und mit Krieg gegen Kolumbien droht...
Das wirkliche aktuelle Geschehen ist dagegen aufregend, komplex und von globaler Bedeutung. Keine Beachtung findet hierzulande, dass die chavistische Regierung mit großer Unterstützung der Bevölkerung gegen Korruption im Staatsapparat und Bankensektor vorgeht und eine Kampagne gegen die Spekulation mit Lebensmitteln gestartet hat; dass der Aufbau der sozialistischen Comunas und der Volksmilizen verstärkt angegangen wird; dass massiv Enteignungen in strategischen Bereichen vorgenommen und die Betriebe den Arbeitern oder Comunas übergeben werden; dass eine grosse Mobilisierung in der linken Bewegung begonnen hat, um die Wahlen zur Nationalversammlung im September zu gewinnen und die rechte Opposition dagegen mit aller Gewalt versucht, das Land zu destabilisieren; dass in Venezuela eine breite und intensive Auseinandersetzung über die Entwicklung hin zum Sozialismus stattfindet…
Yoel Capriles (50) lebt im 23 de Enero, einem der großen Barrios von Caracas, das bekannt ist für seine kämpferische Tradition. Er arbeitet seit seiner Jugend in der revolutionären Bewegung als Basisaktivist an den verschiedensten Fronten. Über sich selbst sagt er: „Ich bin ein sozialer Kämpfer der Parroquia 23 de Enero… ich habe keinen ‘Posten’ im revolutionären Prozess, ich übernehme politische Verantwortung“.“ In den letzten Jahren unterstützte er gemeinsam mit anderen GenossInnen die Bevölkerung des 23 beim Aufbau der Consejos Comunales und der Comunas Socialistas, den neuen Strukturen der Selbstregierung der Bevölkerung. Über die verschiedenen Schritte des Aufbaus der Volksmacht (Poder Popular) und alle anderen wichtigen aktuellen Aspekte der Entwicklung in Venezuela wird Yoel Capriles berichten.

um 19 Uhr im Bürgerzentrum West, Bebelstr. 22, U4 / U9 Haltestelle Schwab-/Bebelstr

Weitere Informationen unter: www.amerika21.de/soli-forum/volksmacht-in-venezuela



 

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MOBILISIERUNG

AKTUELLE INFOS ZUR DEMO AM 12. JUNI IN STUTTGART UND ZUM REVOLUTIONÄREN BLOCK (INTERVIEW)

Am 12. Juni finden in Berlin und Stuttgart zwei Großdemonstrationen gegen die Krisenpolitik der Regierung statt. In Stuttgart wird von einem Bündnis, das u.a. Gewerkschaften, Attac und linke, revolutionäre und kommunistische Gruppen und Parteien umfasst, mobilisiert. Gefordert werden insbesondere eine Arbeitszeitverkürzung, kostenlose Bildung und ein Ende von Krieg und Aufrüstung. Desweiteren werden Streiks und Massenproteste als notwendige Antwort auf die kapitalistische Krise, sowie eine Perspektive die über die jetzigen Verhältnisse hinaus weist propagiert. Im offensichtlichen Widerspruch zu dieser bisherigen inhaltlichen Stoßrichtung der Mobilisierung haben SPD und Grüne kurzfristig eine Beteiligung an der Demonstration durchgesetzt und werden gleich mit mehreren RednerInnen bei der Abschlusskundgebung präsent sein.
Ein Aktivist der an der Organisierung des Revolutionären Blockes bei der Demonstration in Stuttgart beteiligt ist, wird im folgenden Interview auf diese Entwicklung eingehen und über den aktuellen Stand der Mobilisierung zur Demo und zum Revolutionären Block informieren.

Stattweb: Du vertrittst die Gruppen und AktivistInnen die am lokalen Bündnis „Wir zahlen nicht für eure Krise“ beteiligt sind, bei der Demonstration am 12. Juni aber zu einem Revolutionären Block auf der Demonstration aufrufen. Was ist der Anspruch des Blockes und welches Spektrum beteiligt sich daran?

Michael M.: Wir halten eine breite Bewegung gegen die aktuellen Angriffe von Staat und Kapital, ein gemeinsames Agieren unterschiedlicher Spektren und möglichst viele Aktivitäten in den Betrieben, in den Schulen, Unis und anderen Bereichen für sehr wichtig. Grabenkämpfe, sektiererisches Gehabe und eine Überbetonung der Widersprüche der verschiedenen linken Kräfte behindern die Entwicklung einer notwendigen Perspektive, die gerade heute der kapitalistischen Politik entgegengesetzt werden muss. Deswegen allerdings eine klare antikapitalistische und revolutionäre Positionierung zurückzustecken und sich nur auf Größe und Breite der Aktivitäten und Bündnisse zu konzentrieren, wäre allerdings nicht weniger falsch und perspektivlos. Dementsprechend versuchen wir – Gruppen wie die Revolutionäre Aktion, AktivistInnen revolutionärer und kommunistischer Strömungen und verschiedene Gruppen aus anderen Städten – mit einem Revolutionären Block unsere Positionen innerhalb der Mobilisierung zu vertreten. Kurz zusammengefasst geht es darum, deutlich zu machen, dass der Kapitalismus nicht abgewählt oder wegreformiert werden kann, dass eine Konfrontation mit der herrschenden Klasse und ihren Institutionen unvermeidlich ist und dass sich die klassenbewussten proletarischen und revolutionären Kräfte eigenständige Strukturen aufbauen müssen. Nicht zuletzt geht es auch darum, sich von Positionen, die von vornherein höchstens einige kleine Veränderungen durchsetzen wollen und sich den kapitalistischen Sachzwängen längst ergeben haben, Sozialdemokraten, Grüne, einige Gewerkschaftsfunktionäre etc., zu distanzieren.


Stattweb: Gerade die von dir letztgenannten politischen Kräfte scheinen aber bei der Mobilisierung jetzt recht präsent zu sein, bei der Abschlusskundgebung sind hauptsächlich Rednerinnen und Redner von SPD und Grünen angekündigt, auf Werbeplakaten für die Demo sind ihre Parteilogos abgebildet usw. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Michael M.: Das ganze hat mehrere Aspekte. Zunächst gab es tatsächlich vom „Wir zahlen nicht für eure Krise“ Bündnis das Anliegen möglichst viele Leute aus möglichst vielen Bereichen zu mobilisieren. Deswegen und auch weil Mobilisierungen wie diese schlicht zu den Aufgaben der Gewerkschaften gehören, gab es die Initiative auch den Gewerkschaftsapparat dafür zu gewinnen. Es ist kein Geheimnis, dass es innerhalb der Gewerkschaften, insbesondere in den oberen Etagen, einen Filz aus SPD Funktionären gibt, der eher gegen allzu linke und klassenkämpferische Mobilisierungen vorgeht als sie selbst mit zu tragen. Das Bemühen von Einigen aus dem Bündnis, diesen Teil dennoch zu gewinnen, ging einher mit Zugeständnissen, die dazu geführt haben, dass die Sozialdemokraten der Mobilisierung nun deutlich ihren Stempel aufdrücken konnten. Genau genommen ist es SPD und anderen geglückt das eigentliche Bündnis zu umgehen und Teil eines kurzfristig ins Leben gerufenen Demobündnisses zu werden. Das ganze war im „Wir zahlen nicht für eure Krise“ Bündnis, das ursprünglich die Demo organisiert hat, natürlich umstritten. Als diese Entwicklung aber in Gang gesetzt wurde, war klar, dass es nicht möglich ist das Rad wieder zurück zu drehen, ohne die Mobilisierung zu gefährden und eine Spaltung des Bündnisses zu riskieren. In der Nachbereitung wird dies konkret ebenso wie die allgemeinen Mechanismen der Entscheidungsfindungen des Bündnisses noch einmal diskutiert und für die Zukunft daraus gelernt werden.

Ein weiterer Aspekt der Ursachen für die Präsenz von SPD und Grünen bei der Mobilisierung, ist ihr gezielter Versuch sich als tatsächliche Opposition darzustellen und wieder Wähler zu gewinnen, sowie Widerstandsbewegungen in ihre politische Richtung zu kanalisieren. Dies war in den letzten Monaten bei Aktivitäten gegen Atomkraft ebenso zu beobachten wie bei Sozialprotesten. Diese Versuche Mobilisierungen von innen zu dominieren sind als Angriffe auf ihren klassenkämpferischen und kapitalismuskritischen Charakter zu werten. Das ist nicht minder gefährlich als die, von noch weiter rechts stehenden Gewerkschafts-Kreisen geführten, Angriffe auf die Mobilisierung, die das Ziel hatten, eine größere Unterstützung durch die Gewerkschaften, sowie allzu klassenkämpferische Redner zu verhindern.


Stattweb: Wie sieht Eure Position dazu konkret aus und wie gedenkt ihr mit der Situation umzugehen?

Michael M.: SPD und Grüne stehen nicht für eine Perspektive jenseits der kapitalistischen Verhältnisse, sondern stehen dieser im Wege – sie stehen für Krieg und Aufrüstung, die Ausrichtung aller gesellschaftlichen Bereiche nach Kapitalinteressen, staatliche Repression und eine rassistische Flüchtlingspolitik. Viele ihrer Vertreter in den Gewerkschaften sind verantwortlich für immer weitere Zugeständnisse ans Kapital, für einen Rückgang der Mitgliederzahlen und oftmals auch noch für illegale Klüngeleien mit der Unternehmerseite durch Schmiergelder u.ä. Ihre Phrasen, einzelne Reförmchen und gutgemeinte interne Kritik von einigen Linken innerhalb dieser Strukturen ändern daran nichts. Wer auf fortschrittliche Veränderungen durch Reformen und parlamentarische Arbeit setzt, hat von SPD und Grünen tausendfach aufgezeigt bekommen, dass sie dazu nicht gewillt sind und hat mit der Linkspartei mittlerweile auch einen, zumindest in Teilen ehrlicheren und fortschrittlicheren, Bezugspunkt.
Eine kurzfristige Zusammenarbeit, in der sich alle Kräfte die auf irgendeine Art für eine sozialere Politik als die der aktuellen Regierung stehen, wäre für uns evtl. tragbar gewesen – konkret eine normale Beteiligung der Gewerkschaftsfunktionäre an der Mobilisierung und ein bescheidenes Einreihen von SPD und Grünen in die Demo. Die genannten Versuche allerdings, die Mobilisierung zu dominieren und für die eigenen Interessen zu nutzen, sind nicht hinnehmbar.
Es gibt natürlich auch linke Strömungen die in dieser Situation dazu neigen würden, sich zurückzuziehen, eine radikale Kritik zu üben, aber praktisch weiter vor sich hin zu wursteln und letztlich den sozialdemokratischen Kräften das Feld zu überlassen. Das lehnen wir sehr bestimmt und grundsätzlich ab. Es geht schließlich um eine starke Bewegung gegen die kapitalistische Krisenpolitik, um die Initiierung konkreter Klassenkämpfe und um die Thematisierung von Alternativen zum Kapitalismus. Ein Rückzug gerade der Kräfte die dies alles am vehementesten vertreten, wäre ein Schritt in die falsche Richtung. Ebenso wie mit staatlichen Repressalien gegen unsere Aktivitäten, müssen wir uns mit den Versuchen der staatstragenden kapitalistischen Kräfte, die Mobilisierungen für sich zu nutzen, auseinandersetzen und Gegenstrategien entwickeln. Wir werden daher an unserer Mobilisierung festhalten und versuchen mit Parolen, Transparenten etc. eine Ablehnung der Politik von SPD und Grünen um so deutlicher zum Ausdruck zu bringen. Wir kommen nicht darum herum, langfristig zu einer Situation beizutragen, in der sich die Sozialabbauer und Kriegstreiber im Schafspelz die Finger verbrennen, wenn sie versuchen fortschrittliche Bewegungen zu vereinnahmen und mit ihren Positionen zu dominieren. Je stärker wir mobilisieren, je besser wir unsere Strukturen entwickeln, desto eher wird uns das gelingen.


Stattweb: Noch eine Frage zur Mobilisierung in Berlin, die ja am gleichen Tag stattfindet – gibt es einen intensiven Austausch, ist die Entwicklung dort ähnlich wie in Stuttgart?

Michael M.: Das bundesweite Bündnis „"Wir zahlen nicht für eure Krise“" ist natürlich sehr von den jeweiligen lokalen Strukturen geprägt. In Berlin sieht es unseres Wissens nach im Bezug auf die Demonstration am 12. Juni etwas anders aus als in Stuttgart. Dort ist z.B. der allgemeine Demonstrationsaufruf recht deutlich antikapitalistisch gehalten, das Bündnis allerdings auch nicht so breit wie hier. Wie stark die Mobilisierung dort wird können wir nicht einschätzen, wünschen den AktivistInnen dort aber natürlich das beste.
Damit es keine Missverständnisse gibt: Ohne jetzt größer auf die Differenzen zwischen uns und in Berlin zu einem „antikapitalistischen Block“ aufrufenden Gruppen einzugehen, sei gesagt, dass wir mit einigen der dort vertretenen Strömungen nichts zu tun haben. In vielen Feldern, etwa was die Einschätzungen der Rolle der Gewerkschaften, die Methoden in der Bündnisarbeit, den Bezug auf die Geschichte der kommunistischen Linken oder die internationale Solidaritätsarbeit angeht, sind die Differenzen enorm. Berliner Gruppen wie die Revolutionäre Perspektive Berlin, auf die wir uns positiv beziehen, rufen nicht zur Beteiligung an diesem Block auf.


Stattweb: Kannst Du zuletzt noch ein paar konkrete Hinweise zur Mobilisierung, bzw. zum Revolutionären Block geben – geht ihr von erneuten Polizeiangriffen wie zuletzt erst am 1. Mai aus, wie lief die Mobilisierung bisher, wie geht es danach weiter?

Michael M.: Es ist schwer einzuschätzen, ob es erneut Polizeiübergriffe geben wird. Es sei aber gesagt, dass die Übergriffe vom 1. Mai, die aufgrund des lächerlichen Vorwandes eines angeblich etwas zu langen Transparentes erfolgten, nicht zu einer Einschüchterung geführt haben. Es ist auch über unsere Kreise hinaus Konsens, dass erneute Polizeiprovokationen, ob konkrete Übergriffe oder auch das Abfilmen der DemoteilnehmerInnen, das Bedrängen durch ein Spalier und ähnliches nach Möglichkeit nicht einfach hingenommen werden. Es versteht sich von selbst, dass wir darauf achten müssen, uns nicht in unseren Mobilisierungen einschränken zu lassen und uns wann immer es möglich ist dagegen zu wehren. Das ist natürlich nicht zuletzt für die zukünftig sicher noch an Bedeutung gewinnenden Sozialproteste nötig.
Wir streben daher an, am 12. Juni und auch perspektivisch entschlossen und geschlossen zu handeln, bzw. langfristig unsere Strukturen und Mobilisierungen so gut zu entwickeln, dass die ständigen Versuche der Einschüchterung und Einschränkung zurückgeschlagen werden können. Am 1. Mai hat sich einmal mehr gezeigt, wie nötig es ist, in Reihen bzw. in Ketten zu laufen, Fahnen und Schilder zu nutzen um Polizeiangriffe und das polizeiliche Abfilmen zu behindern. Es ist zu hoffen, dass dieses Bewusstsein durch die Erfahrungen der letzten Demonstrationen geschärft wurde...
Zur Größe der Demo variieren die Einschätzungen enorm. Fakt ist, dass es momentan zwar schon viel Unzufriedenheit mit den herrschenden Verhältnissen gibt, aus einer Reihe von Gründen aber keine starke bundesweite Bewegung die für wirkliche Veränderungen einsteht. Hier können die bisher recht geschickte Herangehensweise der schwarz/gelben Regierung ihre Politik zu verharmlosen, die Desinformationen des bürgerlichen Medien-Mainstreams, die anti-klassenkämpferische Rolle der Gewerkschaftsführungen oder die noch bei vielen verbreitete Hoffnung, man bekäme schon irgendwann wieder ein paar Krümel vom Kuchen ab, als Gründe genannt werden. Auch wenn zehn- oder zwanzigtausend Menschen zur Demo kommen, wäre das in Anbetracht der Notwendigkeiten noch zu wenig. In jedem Fall ist die Mobilisierung aber ein weiterer Schritt, um unsere Kräfte zu testen und für notwendige zukünftige Kämpfe zu stärken.
Im Bezug auf den Revolutionären Block ist eine Einschätzung ebenfalls schwierig. Er definiert sich nicht beliebig, etwa als Sammelsurium einer sich irgendwie als linksradikal begreifenden Szene, sondern hat klarere Positionen zur Grundlage. Das heißt, dass es natürlich auch um eine möglichst große Beteiligung geht, die Größe aber nicht das Hauptziel ist. Es wird sich zeigen, ob die Thematisierung der Notwendigkeit einer Beteiligung der Revolutionären Linken an Mobilisierungen wie der am 12. Juni auf fruchtbaren Boden gestoßen ist. Die klassenkämpferische, revolutionäre und kommunistische Strömung die den Block hauptsächlich trägt, hat sich hier in den letzten Jahren meiner Meinung nach jedenfalls schon gut entwickelt, steckt jedoch faktisch noch in den Kinderschuhen.
In jedem Fall muss es zukünftig noch größere Anstrengungen geben, in Klassenkämpfe zu intervenieren, Widerstandsstrukturen aufzubauen und sich als revolutionäre Linke zu großen Mobilisierungen zu koordinieren.


Stattweb: Danke schon mal für das Interview. Kannst Du zuletzt noch ein paar konkrete Infos zur Demo geben, z.B. zur Anreise und zum Auftaktort?

Michael M.: Es wird aus vielen Städten Busse und gemeinsame Anreisen per Zug geben. Infos dazu gibt es bei den lokalen Ver.di und DGB Verbänden oder den verschiedenen linken Gruppen. Bringt Fahnen, Schilder, Transparente etc. zur Demo mit. Achtet darauf möglichst frühzeitig zum Revolutionären Block zu kommen, er trifft sich in der Lautenschlagerstr., etwa in Höhe der Thouretstraße.
Einen Aufruf zum Block und gegebenenfalls noch aktuelle Infos finden sich unter: www.revolutionaere-aktion.tk


Quelle: StattWeb Interview


Kommt zur Demo und zum Revolutionären Block! Bringt Fahnen, Schilder, Transparente ... mit!

Samstag, 12. Juni um 10.30 Uhr
Lautenschlagerstraße (am HBF)
Treffpunkt Revolutionärer Block: Lautenschlagerstr. Ecke Thouretstr.



Unser Aufruf ist hier zu finden:
http://revolutionaereaktionstuttgart.fasthoster.de/20100612_stuttgart.htm


Mehr zum Bündnis "Wir zahlen nicht für Eure Krise":
www.kapitalismuskrise.org




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TERMINKALENDER

Freitag, 11. Juni: Veranstaltung zu Venezuela mit dem Aktivisten Yoel Capriles
> um 19 Uhr im Bürgerzentrum West


Samstag, 12. Juni: Großdemos | Wir zahlen nicht für eure Krise
> 10.30 Uhr Lautenschlagerstr. / Revolutionärer Block Ecke Lautenschlagerstr. Thouretstr.


Freitag, 30. Juli: Das Gelöbnis in Stuttgart verhindern!
> Protestaktionen in der Innenstadt | Infos unter: www.gelöbnix-stuttgart.de

 


Regelmäßig:

> Öffnungszeiten des Infoladen Stuttgart: Montag, Mittwoch und Freitag, 18 bis 20 Uhr und bei Veranstaltungen im Subversiv (Burgstallstr. 54, Stuttgart - Heslach)

> Jeden Samstag ab 20 Uhr lecker veganes/vegetarisches Essen bei der Volxküche im Subversiv (Burgstallstr. 54, Stuttgart - Heslach)

> Jeden ersten Sonntag im Monat vegan/vegetarischer Brunch im Subversiv (Burgstallstr. 54, Stuttgart - Heslach)


Weitere Termine und Veranstaltungen in Stuttgart und der Region unter:
www.infoladenludwigsburg.de.vu
www.subversiv-stuttgart.de



Solidarische Grüße

Revolutionäre Aktion Stuttgart
www.revolutionaere-aktion.tk

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>Zu diesem Newsletter <<<<<<<<<<<<<<<<<
Dies ist der Newsletter der Revolutionären Aktion Stuttgart. In mal mehr, mal weniger regelmäßigen Abständen berichtet er über Termine wie Veranstaltungen, Demos und Aktionen sowie über aktuelle Ereignisse. Schwerpunkt ist dabei der Großraum Stuttgart.

Der Newsletter ist nummeriert (siehe ganz oben, die Nummer in der Klammer). So kannst Du sehen, ob Du ihn wirklich regelmäßig bekommst - einfach vergleichen, ob die Nummer immer fortlaufend ist. Falls nicht: Nachschauen, ob er evtl. manchmal im Spamordner landet und in diesem Fall unsere Mailadresse als erwünschten Absender markieren. Ansonsten uns eine Mitteilung schicken, dass irgendwas nicht klappt.

Wenn Du ihn direkt von uns (aaas@gmx.de) erhalten hast, ihn aber NICHT mehr bekommen möchtest, schicke einfach eine mail mit >austragen<, >abbestellen<, o. ä. an uns.

Wenn Du den Newsletter über eine andere Mailadresse weitergeleitet bekommen hast, ihn in Zukunft aber direkt erhalten möchtest, schicke einfach diese Mail an: aaas@gmx.de


Wir würden uns freuen, wenn Du den Newsletter auch an andere evtl. Interessierte weitermailst.


Wir freuen uns übrigens auch immer über Kritik, Anregungen, Lob und Diskussionen. Auch wenn Du aktiv werden willst, Fragen hast oder Dich mit uns austauschen willst gilt: Mail uns oder komm zu den Veranstaltungen und sprech uns an!


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