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Newsletter 156 - 08.12.2011

Newsletter der Revolutionären Aktion Stuttgart (156)

Etwas mehr als 3 Monate sind seit unserem letzten Newsletter vergangen. Natürlich fanden auch in dieser Zeit zahlreiche Mobilisierungen statt - Proteste gegen Aufmärsche türkischer Nationalisten, gegen den Versuch von Nazis in Leonberg eine Kundgebung abzuhalten, gegen die Verurteilung des Antifaschisten Chris und gegen den Nazi-Angriff auf einen Antifaschisten bei Offenburg. Es gab gemeinsame Busfahrten zu den Aktionen gegen den Nazi-Aufmarsch in Dortmund, zur Anti-G20 Demo in Freiburg und zur Demonstration gegen die Afghanistan-Kriegskonferenz in Bonn. Daneben fanden auch noch zahlreiche weitere Aktivitäten und Veranstaltungen statt, nicht zuletzt wurde dazu das Linke Zentrum Lilo Herrmann im Stuttgarter Süden weiter aufgebaut.

Damit Ihr zukünftig noch aktuellere Infos bekommt und keinen Termin mehr verpasst, auch wenn uns mal die Zeit fehlt den regulären Newsletter zu verfassen, gibt es nun folgende Option: Ab sofort gibt es einen zusätzlichen Aktions-Newsletter, der immer dann erscheint, wenn es in Stuttgart oder der Region eine kurzfristige Mobilisierung, eine Terminänderung oder andere wichtige Ankündigungen gibt.

Der bisherige Newsletter erscheint weiterhin nur alle paar Wochen und enthält längere Texte, Berichte und verschiedene Kurzmeldungen.

Wer öfter informiert werden will, schreibt einfach eine Mail an uns mit dem Betreff: Aktions-Newsletter


KURZMELDUNGEN

+++ Solikonzert und Kundgebung für den Antifaschisten Chris: Am Freitag, den 16.September wurde Chris zu einer Haftstrafe von 11 Monaten verurteilt, gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt. Vorgeworfen wird ihm eine militante Beteiligung an antirassistischen Protesten gegen einen rechtspopulistischen „islamkritischen Kongress“ und den Gründungsparteitag des Landesverbandes der Partei „Die Freiheit“ Anfang Juni diesen Jahres. Chris sitzt nun seit etwa vier Monaten in Untersuchungshaft in Stuttgart-Stammheim.
Am Freitag, den 09. Dezember findet im Linken Zentrum ein Soli-Konzert u.a. mit Produzenten der Froide und Enraged Minority statt
Am Samstag, den 10. Dezember gibt es ab 16 Uhr eine Kundgebung vor der JVA in Stammheim

Mehr Infos unter:
www.solikreis.wordpress.com

 


+++ Wieder Silvester-Demo in Stuttgart: Anknüpfend an die kämpferische Mobilisierung im vergangenen Jahr, findet am 31. Dezember wieder eine Demonstration in Stuttgart gegen die staatlichen Angriffe auf linke Aktivitäten und für ein kämpferisches 2012 statt. Der Aufruf ist unten zu finden.

Mehr Infos:
www.silvesterdemo0711.tk

 


+++ Demonstration und Aktionen gegen den Afghanistankrieg: Mehrere tausend Menschen haben am vergangenen Samstag gegen die Afghanistankonferenz in Bonn demonstriert. Es gab auf der Demonstration einen internationalistischen Block, an dem sich mehrere hundert Menschen beteiligten, sowie Farbbeutel-Attacken und Proteste gegen die Rede des Grünen Politikers Ströbele. Im Vorfeld gab es in zahlreichen Städten verschiedene Aktionen gegen den Krieg der Nato-Staaten.

Ein ausführlicher Bericht und Links zu Bildern und Videos sind hier zu finden:
http://3a.blogsport.de/2011/12/05/tausende-bei-den-protest-gegen-die-kriegskonferenz/#more-38

 


+++ Schikanen vom Staatsschutz: In Kirchheim/Teck ist der zuständige polizeiliche Staatsschutz in den letzten Monaten verstärkt darum bemüht linke und antifaschistische Jugendliche zu schikanieren. Mit Festnahmen, Schulbesuchen und Observationen soll politisches Engagement eingeschüchtert und unterbunden werden. AktivistInnen aus der Region haben eine Auflistung der jüngsten Vorkommnisse zusammengestellt und veröffentlicht.

Der Artikel ist hier zu finden:
http://linksunten.indymedia.org/de/node/51018

 


+++ Ettapenziel erreicht, Mahnwachen vorerst eingestellt: Die regelmäßigen Mahnwachen vor dem Nazi-Treffpunkt Linde in Schorndorf-Weiler werden vorerst eingestellt, da die Aktivitäten der Rechten dort in den letzten Wochen und Monaten deutlich abgenommen haben.

Mehr dazu unter:
www.weiler-schaut-hin.de

 


+++ Nazis mit Staatshilfe: Es gibt momentan sicher viel über die Nazi-Terrorzelle NSU, den staatlichen Umgang mit rechtem Terror, ein mögliches NPD-Verbot und die trotz allem weiter um sich greifende Extremismus-Theorie zu schreiben. Wir verweisen an dieser Stelle auf die Junge Welt, die regelmäßig darüber berichtet.

Einen humorvollen Umgang mit der Thematik gab die heute show zum besten:
http://www.youtube.com/watch?v=6Ce3juw4YF8&feature=player_embedded

 


+++ Infoladenludwigsburg is out: Nach vielen Jahren mit mal mehr mal weniger geglückten regionalen und überregionalen Meldungen, Texten, Ankündigungen und Berichten wird die Webseite infoladenludwigsburg.de.vu nicht mehr weiter betrieben. Dafür ist die Nachrichtenseite www.linkeseite.de seit kurzem wieder mit Artikeln aus verschiedenen linken Publikationen online.

 


+++ Stuttgart21 bleibt Murks: Auch wenn sich eine Mehrheit in Baden-Württemberg gegen den Ausstieg der Landesregierung aus der Finanzierung des Milliardenloches ausgesprochen hat (die Mehrheit in den betroffenen Stadtgebieten im Übrigen hat für den Ausstieg gestimmt), gehen die Proteste weiter. Zuletzt haben etwa 700 Menschen bei einem großen Ratschlag gemeinsam weitere Planungen für Protestaktionen entwickelt.

Mehr dazu unter:
www.bei-abriss-aufstand.de

 


+++ Urteil gegen Genossin vom Revolutionären Aufbau Schweiz: Am 28. und 29. September 2011 stand Andi, eine Genossin des Revolutionären Aufbau Schweiz und der Kommission für eine Rote Hilfe International, einmal mehr vor den Schranken der Klassenjustiz. Im Zentrum dieses politischen Prozesses, der von der Bundesanwaltschaft mit enormen Aufwand vor das Bundesstrafgericht in Bellinzona gebracht wurde, standen verschiedene Aktionen gegen Staat und Kapital. Diese Aktionen wurden allesamt mit „Für eine revolutionäre Perspektive!“ unterschrieben. Dass es der staatlichen Repression keineswegs um die Aktionen an sich, sondern bloß um den politischen Symbolgehalt davon geht und sie deshalb alles daran setzte, mit der Anklage gegen eine Genossin abzuschrecken und zu spalten, machte Bundesanwalt Stadler unter anderem mit seiner Forderung nach viereinhalb Jahren Knast "unter dem Aspekt der Generalprävention" deutlich. Das Urteil gegen die angeschuldigte Genossin Andi wurde am 8. November 2011 vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona verkündet: 17 Monate Knast

Mehr Infos zum Prozess, Solierklärung und Bilder sind hier zu finden:
http://aufbau.org/index.php/rote-hilfe-mainmenu-21/prozess-bellinzona-0911-mainmenu-149/1117-den-spiess-umdrehen-dem-kapitalismus-den-prozess-machen





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MOBILISIERUNGEN

AUFRUF ZUR SILVESTERDEMO AM 31.12. IN STUTTGART

No Justice, No Peace – Kampf der Klassenjustiz!

Das Jahr 2011 war geprägt von vielfältigen und kämpferischen linken Mobilisierungen. Mit dem Widerstand gegen Nazis und Rassisten, gegen Kriegstreiber und -profiteure, sowie mit klassenkämpferischen Aktionen gegen die Krisenpolitik der Herrschenden und für die Überwindung des Kapitalismus, konnten Kämpfe weiterentwickelt und linke Bewegungen gestärkt werden.
Viele der Aktivitäten hatten jedoch mit einem ausufernden Problem zu kämpfen: Staatliche Repression in verschiedensten Formen. Die staatlichen Kriminalisierungsversuche gegen linken Widerstand nahmen gerade in unserer Region in den letzten Monaten immer umfassendere Ausmaße an. Die seit August andauernde Untersuchungshaft eines Stuttgarter Antifaschisten wegen antirassistischer Proteste stellt nur den Höhepunkt der Repression dar.
Die Angriffe und Provokationen von Staat und faschistischer Bewegung gegen die Bestrebungen für eine fortschrittlicher Gesellschaft können nicht unwidersprochen bleiben. Wo auch immer sie versuchen uns zu treffen, gilt es sich gemeinsam und solidarisch zu verteidigen und politisch zurückzuschlagen. Am Silvesterabend werden wir uns noch einmal in diesem Jahr die Straße nehmen und deutlich machen, dass wir uns weder einschüchtern, noch einmachen lassen. Auf die Straße gegen Klassenjustiz und für ein revolutionäres 2012!


2011 – Aktion, Reaktion, Repression
Im Februar diesen Jahres konnte in Dresden einer der größten jährlichen Naziaufmärsche Europas bereits zum zweiten Mal in Folge durch massive antifaschistische Proteste verhindert werden. An den vielfältigen und konsequenten Aktionen beteiligten sich hunderte AntifaschistInnen aus der ganz Baden-Württemberg. Dieser Erfolg einer breiten Bewegung blieb von Seiten der Repressionsorgane nicht unbeantwortet. Mit vollem Einsatz versuchen Staatsanwaltschaften und Polizei bundesweit bis heute OrganisatorInnen und Beteiligte der Proteste zu schwächen, einzuschüchtern und zu diffamieren. Ihre Mittel reichen dabei von Flugblättern, auf denen die Massenblockaden bereits im Vorhinein prinzipiell zu Straftaten umgedeutet wurden, über einen überdimensionierten und brutalen Polizeieinsatz gegen die Aktionen, bis hin zu umfassenden Bespitzelungsaktionen (tausendfache Handyüberwachung, getarnte Zivilbullen) und der bundesweiten Verfolgung von AntifaschistInnen im Nachhinein. In enger Kooperation mit der Stuttgarter Staatsanwaltschaft führte die Sächsische Staatsanwaltschaft dazu noch im Oktober diesen Jahres mehrere Hausdurchsuchungen, DNA-Entnahmen und erkennungsdienstliche Behandlungen bei Stuttgarter AntifaschistInnen durch.

Die traditionell klassenkämpferischen und revolutionären Aktivitäten rund um den 1. Mai, wurden 2011 ein weiteres Mal vom antifaschistischen Widerstand gegen einen süddeutschlandweiten Naziaufmarsch dieses Jahr in Heilbronn begleitet. In Stuttgart wurde diese doppelte Herausforderung mit einer lokalen revolutionären Vorabenddemo und einer kräftigen Mobilisierung nach Heilbronn zur Verhinderung des Naziaufmarsches angegangen.

Dazu entwickelte sich, erstmalig seit Jahren in Baden-Württemberg, eine überregionale und spektrenübergreifende Zusammenarbeit zur Blockade des rechten Großaufmarsches. Auch hier gingen die Repressionsbehörden konsequent und mit einem hohen Kostenaufwand gegen den Widerstand vor. Über 4000 Beamte belagerten ein komplettes Stadtviertel, um hunderten Faschisten einen freien Weg durch die Stadt zu bahnen. Im Gegenzug hielten sie etwa 800 GegendemonstrantInnen den gesamten Tag über in Kesseln, Zellen und sogenannten Gefangenensammelstellen unter teils unzumutbaren Bedingungen fest. Begleitet wurde der Einsatz von einer politischen und öffentlichkeitswirksamen Hetzkampagne der Polizei gegen die Proteste.

Anfang Juni versuchten die Rassisten der “Bürgerbewegung Pax Europa e.V.” und des rechtspopulistischen Internetnetzwerks „politically-incorrect News“ unter dem scheinbar harmlosen Motto „Islamkritisches Wochenende“ ein mehrtägiges rassistisches Aktions- und Seminarprogramm zu organisieren. Dies scheiterte jedoch am entschlossenen Widerstand mehrerer hundert AntirassistInnen, die den Handlungsspielraum der Rechten in mehrtägigen Protesten erheblich einschränkten und ihnen auf allen Ebenen entgegentraten. Erneut zeigten die Repressionsbehörden hier, wie sie mit dem Protest gegen Rassismus umzugehen pflegen: Dutzende Verletzungen durch Faustschläge, Schlagstöcke und Pfefferspray mitten in der Stuttgarter Innenstadt, massenhafte Ingewahrsamnahmen und etliche nachträgliche Verfahren sprachen für sich.

Der Gipfel der staatlichen Repressionsmaßnahmen in der Region war die Inhaftierung des Stuttgarter Antifaschisten Chris. Ihm werden einfache Körperverletzungsdelikte im Rahmen der antirassistischen Proteste anfang Juni vorgeworfen. Einer plötzlichen Festnahme auf offener Straße Anfang August dieses Jahres folgten eine noch immer andauernde Untersuchungshaft, sowie ein fadenscheiniger Indizienprozess, der ohne klare Beweise eine harte Verurteilung zu elf Monaten Haft mit sich brachte. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft präsentierte sich mit einer Prozessführung, die keinen Zweifel an der politischen Motivation der Knaststrafe lässt: Ein Aktivist sollte aus seinem politischen und sozialen Leben herausgerissen werden, um ihn zu isolieren, zu brechen und sein Umfeld einzuschüchtern. Eine breit angelegte und intensive Soliarbeit mit hunderten ProzessbesucherInnen und Aktionen in ganz Baden-Württemberg, sowie kämpferische Statements des Betroffenen zeigen jedoch eindrücklich, dass dies nicht so einfach zu haben ist


Rinks, Lechts? Gegen jede Extremismustheorie!
Repression kennt viele Formen und hat viele Gesichter. Der Schlagstock, der Knast oder die Überwachungskamera sind dafür ganz eindeutige Symbole. Der bürgerliche Staat versucht allerdings auch mit anderen Mitteln gegen fortschrittliche Bewegungen vorzugehen. Ein großer Schwerpunkt wird aktuell auf die Propagierung der sogenannten “Extremismustheorie” gelegt. Fortschrittliche, linke Positionen werden dabei mit den reaktionären und menschenverachtenden Ideologien von Faschisten oder religiösen Fundamentalisten gleichgesetzt. Das heißt, diejenigen, welche die herrschenden Ausbeutungs- und Unterdrückungsmechanismen überwinden wollen, werden mit denen in einen Topf geworfen, die nichts anderes als die Zuspitzung und Verschärfung der bestehenden Verhältnisse anstreben. Dass es hierbei insbesondere darum geht, linke Bewegungen zu diskreditieren, zu spalten und zu isolieren, wird in den praktischen Konsequenzen dieser Theorie deutlich: Entzug finanzieller Unterstützung für antifaschistische und antirassistische Projekte, mediale Hetzkampagnen gegen linke Bewegungen, sowie die Verschärfung von Überwachungs- und Repressionsmaßnahmen gegen linke AktivistInnen und Strukturen. Schon lange hat der “Kampf gegen Extremismus” den Einzug in den politischen Alltag gefunden und wird zunehmend zur Richtlinie für staatliche Einrichtungen und Gesetzesvorlagen. So sollen Ängste geschürt werden, um von wirklichen Problemen abzulenken und um den Überwachungsstaat auszubauen.

Die Extremismustheorie bestätigt und legitimiert nicht nur die herrschende Klassengesellschaft, sondern dient ebenso zur Relativierung erstarkender faschistischer Ideologie und Gewalttaten. Der prinzipiell menschenfeindliche Charakter dieses Gedankengutes wird nicht als ständige Gefahr innerhalb unserer Gesellschaft begriffen, sondern zusammen mit fundamentalistisch-religiösen und linken Positionen lediglich zur äußerlichen Bedrohung für die vermeintlich erhaltenswerte bürgerlich-kapitalistische Ordnung erklärt. Zugleich jedoch spitzen sich die Auswüchse faschistischer Gewalt in letzter Zeit gerade hier in Baden-Württemberg enorm zu. Die Höhepunkte allein in diesem Jahr waren der Gaspistolen-Angriff auf einen Antifaschisten in Leonberg, der neunfache Mordversuch an MigrantInnen in Winterbach, sowie der Versuch eines Nazis im badischen Riegel mehrere AntifaschistInnen mit dem Auto zu überfahren, wonach ein Betroffener mit schweren Kopfverletzungen über Wochen stationär behandelt werden musste und weiterhin unter Folgeschäden leidet. Es kann nicht hingenommen werden, dass diese Gefahr von Rechts mit dem notwendigen Widerstand dagegen gleichgesetzt wird! Trotz staatlicher Angriffe und ständiger Diffamierung muss gerade jetzt ein aktiver Antifaschismus auf vielen Ebenen und mit breiter Beteiligung die konsequente Antwort sein.

Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht! Kampf der Klassenjustiz!
Nicht zufällig fährt der Staat in der aktuellen Situation so schwere und vielfältige Geschütze gegen linke Bewegungen auf. Die anhaltende und globale Systemkrise lässt soziale Widersprüche zwischen Profiteuren und Leidtragenden des Kapitalismus auch in der BRD immer weiter auseinander klaffen. In der Bevölkerung sammelt sich Unmut über die stetige Verschlechterung der Lebensbedingungen der lohnabhängigen Klasse und das Märchen von der Alternativlosigkeit der bestehenden Ordnung beginnt zu bröckeln. In dieser Phase der Destabilisierung können die Herrschenden keine starken und selbstbestimmten Bewegungen dulden, die sich nicht durch Staatstreue, sondern durch fortschrittliche Politik hervortun und das Gewaltmonopol das Staates offen in Frage stellen. Um die unerwünschten Entwicklungen jetzt und vor allem zukünftig unter Kontrolle zu bringen, rüsten die Herrschenden ihre Repressionsorgane schon seit Jahren massiv auf. Sie sollen zusammen mit Geheimdiensten und dem inzwischen auch wieder im Inneren eingesetzten Militär zu effektiven Aufstandbekämpfern gemacht werden.

Parallel dazu werden massenhaft Strafverfahren gegen Aktive wegen meist konstruierter Kleinstdelikte, wie angeblicher Landfriedensbrüche, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz oder dem Widerstand gegen Bullen eingeleitet. Derzeit laufen in Stuttgart zum Beispiel über 2000 Verfahren gegen S21-Gegner. Hausdurchsuchungen, Inhaftierungen, der Aufbau von sozialem Druck oder blanke Gewaltorgien gegen linke Proteste tun ihr übriges, um den Versuch der umfassenden Einschüchterung abzurunden und Ohnmachtsgefühle unter den Aktiven zu erzeugen. Zugleich wird versucht, linke Bewegungen durch staatlich geleitete Hetzkampagnen in “Gut und Böse” zu spalten. Die unliebsamen kämpferischen Teile werden in der öffentlichen Darstellung entpolitisiert und zu einfachen Chaoten oder Krawallmachern umgedeutet, während andere Teile der Bewegung unter Druck gesetzt werden, sich von ihnen zu distanzieren.

Jetzt erst Recht! Für eine starke linke Bewegung!
…nur so kann unsere lautstarke Antwort auf die staatliche Repression und die Angriffe von Rechts lauten! Die Angriffe der Herrschenden auf unsere Bewegungen können für uns nur bedeuten, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.

Von einem revolutionären Umsturz der Verhältnisse sind wir sicherlich noch weit entfernt. Ein Voranschreiten mit dieser Perspektive wird jedoch zwangsläufig von andauernden Angriffen des Staates und der Rechten begleitet sein. Nur eine immer ausgereiftere Selbstverteidigung und ein starker politischer Widerstand dagegen können unseren Bewegungen zu Standhaftigkeit und Kontiuität verhelfen. Ein Blick über den nationalstaatlichen Tellerrand zeigt uns, dass wir mit unseren Kämpfen, unseren Problemen und Perspektiven nicht alleine sind. Auf der ganzen Welt flammen kleinere und größere fortschrittliche Bewegungen gegen Ausbeutung, Unterdrückung, Krieg und Besatzung neu auf und stellen das kapitalistische System mit seinen zerstörerischen Folgen in Frage. Die beste Form der internationalen Solidarität und Unterstützung auf dem Weg zum weltweiten Aufbau einer befreiten Gesellschaft ist es, die politischen und sozialen Kämpfe hier in der BRD auszubauen, zu stärken und die staatliche Repression auf allen Ebenen zurückzuschlagen. Nur wenn wir uns zusammenschließen und organisieren, können wir dieses Ziel auch erreichen.

Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden uns genau an den Angriffspunkten des Repressionapparates weiterentwickeln, um gegen zukünftige Schläge besser gewappnet zu sein.

Nutzen wir die aktuellen Repressionsschläge, um den eigentlichen Charakter des bürgerlichen Staates, seine repressive Fratze, aufzuzeigen! Nutzen wir sie, um über notwendige Gegenmaßnahmen zu diskutieren und um Aktionsformen zu entwickeln, die den Angreifern nicht so leicht ausgeliefert sind! Nutzen wir sie jedoch auch, um eine spektrenübergreifende Antirepressionsarbeit zu stärken, um den Betroffenen eine immer bessere Hilfe an die Hand geben zu können!


In die Offensive gegen Bullenstaat und Klassenjustiz!
Für eine klassenlose Gesellschaft!
Für ein revolutionäres 2012!






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TERMINKALENDER


Freitag, 09. Dezember: Soli-Konzert für Chris
> 21 Uhr im Linken Zentrum, Böblinger Str. 105, Stuttgart-Heslach


Samstag, 10. Dezember: Kundgebung für die Freiheit von Chris
> 16 Uhr vor der JVA Stammheim (U15)


Montag, 12. Dezember: Offenes Treffen gegen Krieg und Militarisierung
> 19 Uhr im Linken Zentrum, Böblinger Str. 105, Stuttgart-Heslach


Samstag, 31. Dezember: Silvester-Demo
> 17 Uhr Marienplatz Stuttgart (U1 / U14)


Donnerstag, 05. Januar: Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart & Region
> 19 Uhr im Linken Zentrum, Böblinger Str. 105, Stuttgart-Heslach



solidarische Grüße

Revolutionäre Aktion Stuttgart
www.revolutionaere-aktion.tk


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